
Kingdoms of Amalur: Reckoning
Kingdoms of Amalur: Reckoning Test / Review
Reckoning wagt gekonnt den Spagat zwischen Hack and Slash und waschechtem Fantasy-Rollenspiel, auch wenn einem die Welt von Amalur langfristig keine besonders erinnerungswürdigen Momente beschert.
Selbst die besten Rollenspielschmieden tun sich oft überraschend schwer, ihren epischen Erzählungen mit gigantischen Welten und interessanten Charakteren ein wirklich spassiges Kampfsystem beizupacken. Preisgekrönte Blockbuster wie Bethesdas Elder Scrolls-Serie oder Lionheads Fable-Reihe verdienen zweifelsohne die viele Aufmerksamkeit, doch kaum jemand würde die zahllosen Schlachten als herausragendstes Feature bezeichnen. Hier setzt Big Huge Games mit Kingdoms of Amalur: Reckoning an. Mit einem Echtzeit-Kampfsystem, das von Action-Adventuren wie God of War abkupfert, gleichzeitig aber eine riesige Spielewelt mit schier unendlich vielen Quests bereithält, verspricht das Spiel, das Beste zweier Genres zu verbinden.
Reckoning startet verheissungsvoll, nämlich mit eurem Tod. Genauer gesagt mit eurer Wiedererweckung aus dem Seelenquell, einem geheimen Experiment, welches die Geheimnisse der Sterblichkeit ergründen soll. Als erstes und einziges, erfolgreiches Exemplar erwacht ihr auf einem Berg verwesender Leichen, jegliche Erinnerungen an eurer früheres Leben verloren. Ähnlich verloren fühlt man sich als Spieler zunächst auch, doch das gut integrierte Tutorial hilft einem nicht nur mit der Steuerung, sondern bringt euch gleich auch noch mit der Story auf den aktuellen Stand im Königreich von Amalur. So erfahrt ihr bald von einem Jahrzehnte anhaltenden Krieg zwischen den Tuatha, welche einen mächtigen Gott zu beschwören versuchen und den restlichen Völkern, allerdings haben die Tuatha den Vorteil, nach kurzer Zeit wieder von den Toten zurückzukehren.
Als erster Sterblicher, der dem Tod zu strotzen vermochte, scheint ihr zur obersten Priorität des Feindes geworden zu sein, denn wo immer ihr hingeht, versuchen euch die Tuatha euch zu erlegen. Eure Auferstehung hat aber noch einen weitreichenderen Einfluss auf den Verlauf der Welt, denn während jede Kreatur in Amalur ein vorbestimmtes Schicksal hat, scheint euer Held nicht nur frei von jeglicher Vorsehung zu sein, sondern kann zudem auch die Schicksalsfäden anderer neu weben. Der Gedanke, ein solch chaotisches und unberechenbares Element in einer sonst so geordneten Welt zu sein, ist enorm verlockend. Allerdings fällt einem bald auf, dass euer eigentliches Handeln nicht viel anders abläuft, als in so ziemlich jedem anderen Rollenspiel. Schliesslich ist man immer der eine Auserkorene, der Jedermann bei seinen grossen und kleinen Problemchen helfen muss.
Und Probleme gibt es in Amalur allerhand. An scheinbar jeder Strassenecke oder abgelegenem Pfad warten Bewohner mit ihren schwebenden Ausrufezeichen über dem Kopf darauf, euch ihre Sorgen aufzubürgen. Leider sind die wenigsten Aktivitäten ausserhalb des Hauptstrangs wirklich von Bedeutung und die Belohnungen für eure Mühen oft nicht der Rede wert. Das Spiel schafft es denn auch nicht wirklich, einen für seine Mythologie oder den Krieg zwischen den Völkern richtig begeistern zu können, zumal der stumme Hauptcharakter selbst apathisch und desinteressiert wirkt. Einzig einige der Nebencharaktere retten Amalur vor seinem ansonsten generischen Fantasy-Setting mit "Feien" genannten Elfen, Gnomen, Trollen, Banditen, Wildtieren und anderen Monstern, doch immerhin hilft das spassige Kampfsystem über die enttäuschend leere, wenn auch grosse Spielwelt hinweg.
Game Info
- Genre: Rollenspiel
- Entwickler: Big Huge Games
- Publisher: Electronic Arts
- Spieler offline: 1
- Releasedatum: 09.02.2012 (erschienen)
- 1080p Modus: Nein
- Sixaxis Support: Nein
- Teilinstallation auf Festplate: Ja
- Grösse der Installation: 3886 MB




