
Catherine
Catherine Test / Review
Das Team hinter der grandiosen Persona-Reihe wagt ihren ersten Schritt auf die aktuelle Konsolengeneration mit ihrem ungewöhnlichen, schwer zu kategorisierenden Titel Catherine.
Die Spielelandschaft mag seit Angedenken von traditionellen Genres und den ach so typischen Power-Fantasien wie die Rettung der Welt oder einer holden Maid und dem Kampf gegen das ultimative Böse geprägt sein und dies ist sicherlich auch gut so. Doch gelegentlich wagt sich ein Entwickler jenseits dieser Konventionen und schafft mit etwas Glück ein Spiel, welches als wichtiger Meilenstein noch lange in Erinnerung bleiben wird. Ob dies dem relativ bescheidenen, japanischen Publisher Atlus gelungen ist, wird sich erst zeigen müssen und Frust um einige, grundlegende Designschwächen sind nicht von der Hand zu weisen, doch Catherine ist sicherlich eines: erfrischend anders.
Für einmal finden wir hier keine epische Erzählung, tragische Liebesgeschichte oder knallharte Action-Helden, im Gegenteil. Protagonist Vincent ist ein ganz normaler Typ in seinen frühen Dreissigern, trifft sich abends gerne mit seinen Freunden auf einen Drink in seiner Lieblingsbar, ist glücklich in einer langjährigen Beziehung und hätte am liebsten, dass alles genau so bleibt. Dies ändert sich jedoch schlagartig, als seine Freundin Katherine nun endlich den nächsten Schritt gehen will und Vincent sieht seinen chaotischen Lebensstil demnächst auf alle Ewigkeit zu entschwinden. Zudem leidet der Gute seit kurzem unter allnächtlichen Albträumen und eine mysteriöse Todesserie dominiert zur Zeit die örtlichen Nachrichten.
Doch dies ist alles Nichts im Vergleich dazu, was Vincent eines Morgens erwartet. Nach einer durchzechten Nacht erwacht er nämlich in seinem Bett neben einer hübschen, jungen Blondine namens Catherine, kann sich jedoch nur stückhaft an den Ablauf des letzten Abends erinnern. Ehe er sich versieht, findet sich Vincent in einer verzwickten Dreiecksbeziehung wieder, welche ihn zwingt, seine Prioritäten gründlich zu überdenken. All dies, während die immer intensiveren Albträume (an die er sich später leider nicht mehr erinnern kann), Nacht für Nacht seine Moral und sein Überleben in Frage stellen.
Die ungewönliche Handlung, welche wechselweise in der in Cel-shading gehaltenen Spielgrafik oder wunderschön detailierten Anime-Sequenzen erzählt wird, macht Catherine mit seiner intimeren, persönlicheren Note zu etwas Speziellem. Vincents Zweifel und Ängste sind durchaus nachvollziehbarer und greifbarer, als die Schicksale ganzer Welten, welche auf manch anderen Spielehelden lasten. Natürlich hat dies auch so seine Schattenseiten, denn Vincent ist gleichzeitig ein ziemlich unsicheres Weichei, mit dem man sich nicht gerne identifizieren will. Doch die ungewisse Frage, wie man wohl selbst in einer solchen Situation reagieren würde, regt duchaus zum Nachdenken an. Dennoch muss gesagt werden, dass die über weite Strecken antreibende Handlung, die mit überraschenden Wendungen aufwartet, auch ihre Tücken hat, über die man sich als machtloser Zuseher ärgert.
Game Info
- Genre: Adventure
- Entwickler: Atlus
- Publisher: Atlus
- Spieler offline: 1
- Releasedatum: 09.02.2012 (erschienen)
- 1080p Modus: Nein
- Sixaxis Support: Nein
- Teilinstallation auf Festplate: Ja
- Grösse der Installation: 2306 MB




