
Dragon Age II
Dragon Age II Test / Review
Die Rückkehr in BioWares Zeitalter der Drachen mag nicht ganz so pompös und episch sein, wie einst Dragon Age: Origins, dennoch bietet auch der zweite Teil hochklassige Unterhaltung und enormen Umfang.
Wie Origins ist auch Dragon Age 2 ein Rollenspiel der alten Schule, das gekonnt die Werte der klassischen Dungeons & Dragons Titel in die Neuzeit versetzt. Obwohl die Invasion der dunklen Mächte vom Helden des ersten Teils abgewendet worden konnte, gibt es auch im zweiten Teil wieder massenhaft blutrünstige Monster, skrupellose Schurken und natürlich Drachen zum erlegen, Dutzende von oft interessanten Quests zu erfüllen und ein paar faszinierende, neue Gefährten zum kennenlernen. Gleichzeitig fallen aber einige Nuiancen des Gameplays wie das Inventar, die rasanteren aber weniger taktischen Kämpfe oder der eingeschränkte Klassenausbau der unnötigen Vereinfachung zum Opfer und die Geschichte besitzt über lange Zeit keine wirklich antreibende Kraft.
Diese spielt beinahe ausschliesslich hinter den hohen Mauern von Kirkwall, einer Küstenstadt jenseits vom Königreich Ferelden, aus dem ihr mit eurer Familie gerade noch flüchten könnt. Da somit die Herkunft bereits festgelegt ist und euer Charakter diesmal auch spricht, anstatt sich stumm die Meinungen anderer anzuhören, kann zu Beginn des Spiels nur zwischen den drei Hauptklassen Magier, Krieger und Schurke sowie dem Geschlecht gewählt werden und die äusseren Merkmale nach Wunsch angepasst werden. Nach einer langen, gefährlichen Reise und einem Jahr unter Obhut einer wenig respektierten Kaste in Kirkwall, beginnt man als Hawke, wie der Familienname des Hauptcharakters lautet, sich in der neuen Heimat einen Namen zu machen. Erstes Ziel ist es, sich an einer Expedition in die Tiefen der alten Zwergen-Katakomben zu beteiligen, die mit ihren längst vergessenen Schätzen locken. Doch bereits ehe ihr das nötige Startkapital mit Hilfe von kleinen und grossen Gefälligkeiten zusammen habt, verstrickt sich euer Schicksal in politischen Intrigen, rassistischen Vorurteilen und Machtkämpfen.
Besonders die Erzähltechnik verleiht der Handlung eine enorme Spannung, spielt ihr die Ereignisse doch als Teil einer Rückblende nach, folgend den Ausführungen eines Gefährten, den ihr noch nicht getroffen habt und der von euren heroischen Taten erzählt, die ihr noch lange nicht begangen habt. Zu sehen, wie man genau zum Champion von Kirkwall gekürt wird, ist Hauptansporn der Geschichte, doch die eigentlichen Ereignisse lassen einen durchgehenden, roten Faden leider schmerzlich vermissen. Stattdessen wirkt das Spiel meist wie eine Ansammlung von Nebenaufgaben, von denen manche sich erst viel später als zentraler als zunächst angenommen entpuppen. Immerhin setzt BioWare dabei nicht nur auf Masse, sondern meist auch auf Klasse, denn die Hintergrüne für die einzelnen Aufträge sind durchaus interessant. Zudem sind wie schon im ersten Teil besonders die Interaktionen mit euren Party-Mitgliedern ein Highlight, zumal die erneut exzellent gesprochenen Dialoge weitaus natürlicher wirken, da euer Charakter sich nun aktiv am Gespräch beteiligen kann. Noch immer können eure Antworten grossen Einfluss auf den Verlauf einer Mission oder die Beziehung zwischen euren neuen Freunden haben. Die Figuren selbst sind insgesamt nicht ganz so facettenreich, doch einige Gestalten wie die quirrlige Elfenmagierin Merril, sind durchaus liebenswert und unterhaltsam.
Game Info
- Genre: Rollenspiel
- Entwickler: Bioware
- Publisher: Electronic Arts
- Spieler offline: 1
- Releasedatum: 11.03.2011 (erschienen)
- 1080p Modus: Nein
- Sixaxis Support: Nein
- Teilinstallation auf Festplate: Ja
- Grösse der Installation: 3241 MB




