Enslaved: Odyssey to the West

Enslaved: Odyssey to the West Test / Review

Zwei glaubhafte, emotionsstarke Hauptcharaktere und eine spannende Geschichte machen Enslaved: Odyssey to the West zu einer unvergesslichen Reise.

Enslaved: Odyssey to the West ist ein bemerkenswertes Spiel, schon alleine was die herausragende Präsentation angeht, mit der Entwickler Ninja Theory bereits mit ihrem PS3-Erstling Heavenly Sword neue Massstäbe zu setzen vermochte. Mehr aber noch erstaunt die akribische Sorgfalt, mit der jeder Aspekt des Spiels geplant und designt zu sein scheint und welche es dem Spiel ermöglichen, über die durchaus vorhandenen Schwächen hinwegzusehen. Denn während die unterschiedlichen Gameplay-Elemente keinesfalls mit Komplexität oder Einfallsreichtum glänzen, versteht es das Spiel, einen nie zu lange mit der gleichen Aktivität zu beschäftigen. Hinzu kommt die grandios inszenierte Beziehung zwischen den Figuren des Spiels in einer atemberaubend surrealen Welt, welche einen konstant zum Weiterspielen motivieren.

Die besagten Hauptfiguren sind Monkey, ein hünenhafter, agiler Krieger, sowie die technisch versierte Trip, welche sich beide auf einem fliegenden Sklavenschiff wiederfinden. Nachdem es Trip gelingt, das elektronische Schloss ihrer Zelle aufzubrechen und nebenbei den fliegenden Kreuzer auf Bruchlandungskurs zu bringen, gelingt auch Monkey haarscharf die Flucht vor seinen mechanischen Kidnappern. Als er nach einer unsanften Landung per Rettungskapsel in den moosbewachsenen Ruinen des ehemaligen New York erwacht, spürt er an seiner Schläfe das kalte Metall eines Sklavenstirnbands, welches ihm Trip aus Not aufgesetzt hat. Fortan muss sich der Einzelgänger seiner neuen Herrin unterwerfen oder schmerzhafte Konsequenzen ertragen. Schlimmer noch: hört Trips Herz auf zu schlagen, verpasst ihm das Stirnband eine tödliche Ladung, weshalb Monkeys einzige Alternative ist, seine Begleiterin zurück in ihre Siedlung zu führen.

Das Spiel und seine Handlung lebt vorrangig von der interessanten Beziehung seiner beiden Figuren, eingefangen in seinen grossartigen Zwischensequenzen, welche wie bereits in Heavenly Sword durch seine höchst detailierten und lebensnahen Mimiken brillieren. Kleinste Gesten wie ein kleines Schmunzeln oder ein intensiver Blick lassen die virtuellen Figuren enorm menschlich erscheinen und erlauben es einem, deren hartes Schicksal in einer unbekannten Welt zu teilen. Andy Serkis, bekannt geworden durch seine Rolle als Gollum im Herrn der Ringe sowie King Kong, überwachte erneut das Motion-Capture Verfahren und spielt nach Bösewicht König Bohan nun gar die Hauptrolle. Das Resultat ist eine filmreife Inszenierung mit fantastisch choreographierten Action-Szenen, gefühlvollen Momenten und einem mysteriösen, unvorhersehbaren Twist.

Doch auch abseits seiner Präsentation baut Enslaved auf einem soliden Fundament von überraschend vielfältigem und abwechslungsreichem Gameplay. So trifft das Duo auf seiner Reise durch die Trümmer New Yorks und über seine Grenzen hinaus auf zahlreiche Mechs, Kampfroboter, welche scheinbar darauf programmiert sind, jegliche Eindringlinge auszuschalten. Trip ist in diesen Auseinandersetzungen relativ nutzlos, weshalb es alleine an Monkey und seinem Kampfstab hängt, einen Weg zu bahnen und seine Begleiterin möglichst unbeschadet nach Hause zu bringen. Wie schon in Heavenly Sword gilt es, die Kämpfe möglichst methodisch anzugehen und das limitierte Repertoir an Attacken geschickt einzusetzen. Neben leichten und schweren Angriffen kommt besonders dem Betäubungsschlag besondere Aufmerksamkeit zu tragen, um blockende Mechs kurzzeitig lahm zu legen oder ansonsten undurchdringliche Energiebarrieren kurzzuschliessen. Zudem lassen sich gegnerische Angriffe auch abblocken und gar parrieren, doch ein grosses Problem der Kämpfe ist die oft zu nahe am Geschehen beiwohnende Kamera, welche herannahende Mechs selten einzufangen versteht.

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Game Info

  • Genre: Action-Adventure
  • Entwickler: Ninja Theory
  • Publisher: Bandai Namco
  • Spieler offline: 1
  • Releasedatum: 08.10.2010 (erschienen)

  • 1080p Modus: Nein
  • Sixaxis Support: Nein
  • Teilinstallation auf Festplate: Ja
  • Grösse der Installation: 2370 MB

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