
Resonance of Fate
Resonance of Fate Test / Review
Ein gutes Kampfsystem allein trägt zwar noch kein Rollenspiel, doch im Falle von Resonance of Fate bringt es Entwickler tri-Ace ein ganzes Stück weit.
Das neueste Werk der Köpfe hinter den traditionsreichen Star Ocean und Valkyrie Profile Serien ist eindeutig nicht für den Durchschnittsspieler gedacht. Dafür sorgt nicht nur das ungewohnte Setting im Steam-Punk Stil und eine Geschichte samt seiner Protagonisten, die mühelos zwischen ernstem Drama und bizarrem Humor zu wechseln im Stande sind. Im Zentrum steht vielmehr ein einzigartiges Kampfsystem, deren doch so simple Regeln so viel Komplexität mit sich führen, dass einem selbst nach mehreren Spielstunden noch so manch normaler Gegner die Schweissperlen auf die Stirn treiben kann. Der Einstieg in die ungewöhnliche Welt von Resonance of Fate wird erschwert durch eine sich erst nach einigen Dutzend Spielstunden entfaltende Handlung. Doch wer dem gelegentlichen Game Over Bildschirm trotzt und die Feinheiten des Spiels geduldig erlernt, findet sich in einem durch und durch erfüllenden Abenteuer wieder, dessen ausgefallene Facetten besonders Genre-Fans begeistern können.
Wenig Begeisterung entlockt einem allerdings die nur gemächlich in Fahrt kommende Handlung angelegt in der Stadt Basel. Diese ist keineswegs am Rheinufer gelegen, sondern ein gigantischer, mechanischer Turm, den die Menschheit errichtet hat, um dem fortwährenden Klimawandel zu entrinnen. Doch das Leben fern der rachelüsternen Natur hat gleichwohl seine eigenen Tücken und die buchstäblich unteren Gesellschaftsschichten leiden am meisten unter der allmählich auseinanderfallenden Apparatur, Kriminalität und Monstern, während es sich der Adel in den oberen Etagen gut gehen lässt. Die Geschichte selbst folgt einem Dreiergespann von Söldnern, die ihre Talente für klingende Münze den Kardinalen der Stadt anbieten. Anführer der Gruppe ist Vashyron, ein ehemaliger Soldat und perfekter Gentlemen, allerdings mit so manch schrägen Fantasien. Er rekrutierte einst den talentierten Zephyr für sein Unternehmen, ein stiller und ernster Teenager mit gutem Herzen und einer dunklen Vergangenheit. Dritte im Bunde ist Leanne, eine holde Schönheit mit starker Persönlichkeit, welche einst von Zyphr gerettet wurde und seither der Gruppe angehört.
Die drei Protagonisten wachsen einem durchaus ans Herz und gelegentliche Konversationen sowohl in Zwischensequenzen als auch auf dem Schlachtfeld verhelfen dank gutem Sinn für Humor zu einem regelmässigen Schmunzlern. Doch die anfänglichen Aufträge der Gruppe wirken für ein Rollenspiel von zu banalem Ausmass, um zunächst wirklich relevant zu scheinen. Mal muss eine künstliche Blume niedergelegt, ein andermal eine Statue auf einen Turm eskortiert werden oder ihr besorgt zum Schmaus einer bezaubernden Adligen eine gute Flasche Vino rosso. An eine grössere Verschwörung wird für einen Grossteil des Spiels nur mit vagen Zwischensequenzen von zwei dubiosen Charakteren gedeutet. Wie genau eure trivialen Aktivitäten mit den finsteren Plänen verbunden sind, erfahrt man leider erst nach einigen Dutzend Spielstunden und bis dahin muss hauptsächlich das Kampfsystem als Motivationsspritze hinhalten.
Game Info
- Genre: Rollenspiel
- Entwickler: tri-Ace
- Publisher: Sega
- Spieler offline: 1
- Releasedatum: 24.03.2010 (erschienen)
- 1080p Modus: Nein
- Sixaxis Support: Nein
- Teilinstallation auf Festplate: Optional
- Grösse der Installation: 5179 MB




