
Call of Duty: Modern Warfare 2
Call of Duty: Modern Warfare 2 Test / Review
Infinity Ward ist nicht zu beneiden. Nach dem beispiellosen Erfolg von Call of Duty 4: Modern Warfare blickt die gesamte Gaming-Welt gespannt auf die Ankunft des direkten Sequels und die Entwickler selbst schüren den Hype zusätzlich mit teuren Special Editions und kontroversen Gameplay-Leaks, bis ich persönlich den Namen "Modern Warfare 2" schon nicht mehr hören konnte. Doch jetzt wo der Nachfolger zum einflussreichsten Shooter der letzten Jahre da ist, muss man sagen: Es hat sich gelohnt.
Die Erwartungen an Modern Warfare 2 sind gross, schliesslich überraschte der erste Teil nicht nur mit fantastisch geskripteten "Ach du Sch..." Momenten sowie unvergesslichen Leveln wie der Sniper-Mission, sondern legte mit seinem motivierenden Level- und Herausforderungen-System und individualisierbaren Perks einen neuen Grundstein für Online-Multiplayer, der seither als Industrie-Standard gilt. Dabei darf keinesfalls Treyarchs grossartige Leistung mit dem letztjährigen World at War übersehen werden, doch als direkte Fortsetzung von Infinity Wards Spinoff-Serie sind Superlative gefragt. Genau diese liefert Modern Warfare 2 fast ohne Ausnahme mit einer von Anfang bis Ende actiongepackten Story-Kampagne, ausgeklügelten Erweiterungen im Mehrspieler-Modus und brandneuen Kooperativ-Missionen. Zwar fehlt dem Spiel als Sequel ein gewisser Staun-Faktor, welcher CoD4 einst zu Spitzenwertungen verhalf, doch die in allen Aspekten angebrachten Verbesserungen machen Modern Warfare 2 zu einem noch besseren Gesamtpaket.
Hauptaugenmerk dürfte für viele Fans der Multiplayer sein, gehört die Online-Community von CoD4 doch selbst zwei Jahre nach dem Release noch zu den Aktivsten auf dem PlayStation Network. Selbiges dürfte der Nachfolger ohne Mühe wiederholen, denn Infinity Ward verstand es aufs Vorzüglichste, genügend Aspekte des Originals beizubehalten, um langjährige CoD4-Spieler zu begeistern, gleichzeitig aber mit innovativen Neuerungen und Detailverbesserungen frischen Wind in die Online-Schlachten zu bringen. Das Gameplay und insbesondere das Abfeuern der Dutzenden von detailgetreu nachgebildeten Waffen fühlt sich exakt so an, wie man es vom Vorgänger her kennt und liebt. Zielt man über Kimme und Korn, wird ein Gegner wie magnetisch anvisiert, Kugeln signalisieren mit dem bekannten, dumpfen Einschlaggeräusch einen erfolgreichen Treffer und Granaten kündigen mit einem bedrohlichen ting-ting-ting ihre tödliche Zerstörungskraft an. Auch die breite Auswahl an Spielmodi dürfte Kennern bekannt vorkommen mit Standard Deathmatch und Team-Deathmatch, Capture the Flag, Search and Destroy, dem unbarmherzigen Hardcore-Modus und vielem mehr.
Beim Gameplay bleibt somit vieles beim Alten, was nicht nur Veteranen freuen wird, ist die hochsensible aber dennoch präzise Steuerung doch essentiell für die actiongeladenen Feuergefechte. Um das Spiel herum wurde aber mächtig gefeilt, was sich nicht nur in den abwechslungsreichen Karten wie einer Höhlenbefestigung in der afghanischen Wüste, einer U-Boot Basis in sibirischer Kälte oder den engen Gassen der Slums von Rio de Janeiro wiederspiegelt. So freut man sich unter anderem auch über neue Waffen wie einen taktischen Einsatzschild, mit dem man zwar vor Kugeln geschützt ist, aber gleichzeitig nur per Nahkampf austeilen kann oder auch die Möglichkeit, gewisse Waffen gleich zweifach zu führen, wobei allerdings die genaue Zielfähigkeit flöten geht. Das Arsenal bietet eine grosse Auswahl an Schnellfeuergewehren, Schrotflinten, MGs, Scharfschützengewehren und vielem mehr, doch sämtliche Schiessprügel sind gut gegeneinander ausbalanciert, so dass selbst Einsteiger keinen Grund haben, neidisch auf die aufgemotzten Exoten hochgelevelter Gegner zu schielen.
Game Info
- Genre: Egoshooter
- Entwickler: Infinity Ward
- Publisher: Activision
- Spieler offline: 4
- Spieler online: 18
- Releasedatum: 09.11.2009 (erschienen)
- 1080p Modus: Ja
- Sixaxis Support: Nein
- Teilinstallation auf Festplate: Nein




