
BlazBlue: Calamity Trigger
BlazBlue: Calamity Trigger Test / Review
Mit ihrer Guilty Gear-Reihe erarbeitete sich Arc System Works über die Jahre hinweg einen wohlverdienten Ruf für fantasievolle Charaktere, rasante Fighting Action und prachtvolle 2D Optik. BlazBlue: Calamity Trigger signalisiert im Jahr von Street Fighter IV und Tekken 6 einen Neuanfang für den japanischen Entwickler, den alten Werten bleibt man aber glücklicherweise treu.
BlazBlue darf trotz neuem (und grammatikalisch fragwürdigen) Namen durchaus als geistiger Nachfolger der Guilty Gear-Serie bezeichnet werden mit komplett neuen, aber keinesfalls weniger verrückten Charakterdesigns und einem schwindelerregend schnellen Kampfsystem gepaart mit spektakulären Spezialeffekten. Die einzigartige Anime-Ästhetik, welche sich durch das gesamte Spiel zieht, angefangen von der farbenfrohen Sprite-Grafik über den E-Gitarrenlastigen Soundtrack bis zur surrealen Hintergrundgeschichte, dürfte die Geschmäcker von vornherein scheiden. Wer den Titel aber vorschnell als obskuren Button-Masher abtut, lässt sich ein mit viel Sorgfalt designtes und trotz allerlei Effektfeuerwerk überraschend komplexes Beat'em Up entgehen.
Mit gerade einmal 12 spielbaren Kämpfern hält sich die Charakterauswahl zwar in Grenzen, doch wie kaum in einem anderen Fighting Game verhält sich jeder individuelle Recke in der Kampfarena grundlegend verschieden. Dafür sorgt nebst den drei Buttons für zahlreiche leichte, mittlere und schwere Attacken vor allem der vierte, charakterspezifische "Drive"-Angriff. Der schwertführende Jin kann so beispielsweise seine Feinde kurzzeitig einfrieren oder Eisprojektile abfeuern, Noel lässt sich per Knopfdruck in einen kurzen Combo-Rausch versetzen, der junge Carl befehligt seine Marionette und Vampirin Rachel kontrolliert mit ihrer Windmagie die Flugbahn von Projektilen. So vielfältig wie das Angriffsrepertoire sind auch die Kämpfer selbst, abgerundet mit wunderlichen Figuren wie dem formwandelnden Arakune, dem androidischen Endboss v-13 oder dem bildschirmfüllenden Hünen Iron Tager, der anders als seine Gegner weder einen Doppelsprung noch einen Dash vollführen kann.
Mit Ausnahme von Tager läuft die Action im Kampf denn auch extrem zügig ab, wobei gegen besonders agile Charaktere wie das immer hungrige Katzenwesen Taokaka die Übersicht einem kurzzeitig auch gerne mal entschwinden kann. Spektakuläre Kombos an den Tag zu legen ist nicht zuletzt dank der pompösen Inszenierung auch auf Anfänger-Niveau ein leichtes, zumal sich die komplizierter auszuführenden Spezialattacken jedes Charakters einsteigerfreundlich auch bequem dem rechten Analogstick zuweisen lassen. Die Feinheiten jedes Charakters besonders im Hinblick auf die härtere Online-Konkurrenz auszuloten, bleibt dennoch ein zeitraubendes Unterfangen, da sich jeder Kämpfer so einzigartig spielen lässt. Auch das Kampfsystem selbst hält einige Eigenheiten bereit, allen voran die sich mit jedem Schlag füllende "Heat" Anzeige, welche für mächtige Distortion-Drives benötigt wird. Sieht man sich gar in der allerletzten Runde eines Matches wieder, kann man seine gefüllte "Heat" Leiste für den sogenannten Astral Finish einsetzen, eine aufwändig inszenierte Spezialattacke, die, sofern sie trifft, den sicheren Sieg bedeutet.
Game Info
- Genre: Beat'em Up
- Entwickler: Arc System Works
- Publisher: Aksys Games (US), PQube (EU)
- Spieler offline: 2
- Spieler online: 6
- Releasedatum: 24.03.2010 (erschienen)
- 1080p Modus: Nein
- Sixaxis Support: Nein
- Teilinstallation auf Festplate: Nein




