
Overlord 2
Overlord 2 Test / Review
Ein Jahr nachdem der erste Overlord auf der PS3 Chaos und Terror verbreitete, tritt nun der Nachfolger seine diktatorische Regentschaft an. Dank frischer Ideen und mehr Liebe zum Detail überflügelt Triumph Studios den Erstling dabei klar, wenn auch so manch bekanntes Ärgernis aus dem Vorgänger nicht vollends aus der Welt geschaffen wurde.
Als Sohn des Overlords aus dem ersten Teil hat man es in seiner Kindheit nicht leicht. Papi ist nie da, wenn sich die anderen Kinder über die eigene Niedertracht lustig machen, das Heimatdorf verstosst einen, als ein kriegerisches Imperium auf der Suche nach magischen Wesen einmarschiert und zu allem Unglück verbringt man seine Zeit auch noch eingeschlossen in einem kalten Eisblock. Mit einer solch verpfuschten Erziehung ist es wenig verwunderlich, dass Jahrzehnte später und mit einer Armee loyaler Gremlins an seiner Seite ein alles vernichtender Rachefeldzug auf dem Plan steht. Wie sich herausstellt, wird das Unternehmen "Weltherrschaft" aber nicht ganz so einfach, denn nebst dem imperialen Reich stellen sich euch auch noch die Mächte des Guten in Form einer Bande von lästigen Hippie-Elfen in die Quere.
Während die Handlung im Vorgänger zu weiten Teilen eine eher untergeordnete Rolle einnahm, führt einen die Geschichte von Overlord 2 von Beginn weg geschickt in die bizarre Fantasy-Welt des Spiels ein, wenn dabei auch die spielerische Freiheit zugunsten einer weitaus lineareren Spielwelt eingebüsst wird. Zwar gehört auch der zweite, titelgebende Overlord wie sein alter Herr zur stillen Sorte und lässt lieber Taten sprechen, doch die Welt um einen herum wirkt dadurch lebendiger und interessanter, wobei die Entwickler erneut zahlreiche Clichés auf die Schippe nehmen und vielleicht sogar ein wenig Gesellschaftssatire betreiben. So schwirren für einmal fettleibige Feen durch die verzauberten Wälder, ein stolzer Yeti kämpft gegen skrupellose Robbenjäger wie euch und das an die Asterix-Comics erinnernde, den alten Römern nachempfundene Imperium funktionierte die heiligen Stätten der Elfen kurzerhand in ein Ferienresort der Marke Mallorca um.
Spielerisch bleibt dabei auf den ersten Blick alles beim alten und da Papis dunkles Reich einmal mehr in Scherben liegt, beginnt man auch Overlord 2 nur mit einer Handvoll brauner Schergen, die besonders im Nahkampf glänzen. In regelmässigen Abständen lässt sich euer Tross von arglistig frohlockender Diener aber um die feuerwerfenden Roten, die aus dem Hinterhalt angreifenden Grünen und die zur Wiederbelebung gefallener Kameraden fähigen blauen Gesellen erweitern, so dass später einiges an taktischen Überlegungen zum richtigen Einheitenmix gefragt ist. Auch die Positionierung im Kampf ist jeweils von äusserster Wichtigkeit, doch wie schon im Vorgänger fällt es in der Hitze des Gefechts oft schwer, seine Unterlinge geordnet zu befehligen, weshalb man sich lieber im Vorfeld aufteilen und langsam seinen Gegnern annähern sollte. Diese legen nämlich glücklicherweise zwar äusserste Disziplin, aber keine sonderliche Intelligenz an den Tag und bleiben zumeist stramm in Reih und Glied vor euch stehen, ohne auf die Koboldarmee zwei Meter vor ihnen zu reagieren.
Game Info
- Genre: Action-Adventure
- Entwickler: Triumph Studios
- Publisher: Codemasters
- Spieler offline: 2
- Spieler online: 2
- Releasedatum: 25.06.2009 (erschienen)
- 1080p Modus: Nein
- Sixaxis Support: Nein
- Teilinstallation auf Festplate: Nein




