Damnation

Damnation Test / Review

Damnation vermochte sich dank der ungewöhnlichen Steampunk-Western-Mischung schon mit den ersten Screenshots von der Konkurrenz abzuheben. Doch leider erweisen sich etliche Design-Schnitzer und Technik-Mankos bereits innerhalb der ersten Spielstunde als Spassbremse der Güteklasse A.

In einem alternativen Amerika zur Zeit von Cowboys und Saloons nehmt ihr als Kriegsveteran Hamilton Rourke den Kampf gegen die böse Herrschaft von Prescott Standard Industries auf. Nebenbei gilt es ebenfalls noch, die verschwundene Verlobte aufzuspüren – denn die Rettung der Welt vor Tyrannei allein scheint in der heutigen Zeit keine genügend grosse Aufgabe zu sein. Als Begleiter stehen euch bis zu zwei Rebellen-Kollegen zur Seite, deren Kontrolle wahlweise auch ein menschlicher Mitspieler im entsprechenden Kooperativmodus jederzeit übernehmen darf.

Grob umrissen bietet Damnation spielerisch eine Mischung aus den Klettereinlagen im Stil von Prince of Persia und den bleihaltigen Auseinandersetzung eines reinrassigen Third-Person-Shooters. Diese Umschreibung lässt gerade in Verbindung mit dem frischen Szenario zweifelsohne auf einen gelungenen PS3-Titel hoffen, in der Realität sorgen aber bedauerlicherweise etliche Probleme und unverzeihbare Mankos für ein absolut gegenteiliges Gesamtbild.

Entsprechend den oben Beschriebenen Kletter- und Sprungpassagen sind die Levels mehrheitlich grossflächig und offen gehalten. Zahlreiche Simse, Felskanten und über die Abgründe gespannten Seilkonstruktionen sorgen dabei für die nötige Verbindung zwischen den Inselartigen Umgebungsbauten. Das Leveldesign allein sorgt dabei dank Alternativwegen und einem generell guten Aufbau immer wieder für Motivation, auch noch die Hürde bis zum nächsten Checkpoint oder der nächsten Gegneransammlung zu nehmen. Unglücklicherweise wird diese Motivation aber von der unpräzisen, trägen Steuerung sowie dem dadurch entstehenden Mangel eines echten Spielflusses zunichte gemacht. Ein nur leichter Druck auf den linken Analog-Stick lässt den Helden bereits mehrere Schritte in die entsprechende Richtung hervorpreschen, was genaues Ausrichten der Sprungrichtung und Abstimmen der Sprungweite verunmöglicht. Von der geschmeidigen Dynamik des persischen Prinzen ist Damnation deshalb meilenweit entfernt.

Nicht gerade hilfreich ist in diesem Zusammenhang das regelmässige Versagen der automatischen Kamera. Speziell in engeren Levelwinkeln und bei schnellen Turnübungen verhedert sich der virtuelle Kameramann häufig und verliert das eigentlich von euch angepeilte Sprungziel vollständig aus den Augen. Speziell bei Doppelsprüngen, in welchen ihr eine gegenüberliegende Wand als "Sprungbrett" nützt, geht die Übersicht nach dem ersten Teil des zweistufigen Hopsers fast immer verloren.

Neben Sprungpassagen erwarten euch im zweiten Gameplay-Part eine Menge Schiessereien gegen die bewaffneten Söldner des übermächtigen Ausbeuters Prescott Standard Industries. Mit Pistolen, Scharfschützen-, Maschinen- oder Schrotgewehren steht euch dazu eine gute Auswahl an Argumentationsverstärkern zur Verfügung. Generell fehlt es der gesamten Bewaffnung aber an einem gewissen Gefühl der Durchschlagskraft: Fast alle Bleispritzen wirken aufgrund der extrem unrealistischen, teilweise schlicht nervenden Vertonung sowie dem Fehlen einer vernünftigen Spielphysik wie Kinderspielzeug vom Jahrmarkt. Es ist schwierig in Worte zu fassen, was dem Spiel hier fehlt – jedoch ballert man in der Praxis fast bei jeder Gegneransammlung schlicht so lange völlig emotionslos in Richtung der Kontrahenten bis sich dort nichts mehr rührt. Ebenso vermissen wir ein echtes Deckungssystem und eine mindestens halbwegs intelligente KI bei Freund und Feind. Actionreicher Shooter-Spass sieht anders aus...

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Game Info

  • Genre: Action-Adventure
  • Entwickler: Blue Omega
  • Publisher: Codemasters
  • Spieler offline: 2
  • Spieler online: 2
  • Releasedatum: 22.05.2009 (erschienen)

  • 1080p Modus: Nein
  • 4:3 Anpassung: Vollbild
  • Sixaxis Support: Nein
  • Teilinstallation auf Festplate: Ja
  • Grösse der Installation: 1300 MB

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