
Stormrise
Stormrise Test / Review
Eigentlich sprach vieles zu Gunsten von Stormrise, die neueste Echtzeit-Strategie Versuchung von Creative Assembly. Ein komplett neues Steuerungsschema entwickelt speziell für Konsolen, vertikal erweiterte Schlachtfelder mit unterirdischen Tunnelsystemen und Luftkämpfen und zwei von Grund auf verschiedene Fraktionen, die mit High-Tech Ausrüstung und biologischen Mutationen einen unbarmherzigen Krieg führen. Doch "innovativ" lässt sich nunmal nicht immer mit "gut" gleichsetzen und wenn sich zu einem in der Praxis unbrauchbaren Spielkonzept auch noch tonnenweise Bugs hinzugesellen, hat man schnell einmal eines der miserabelsten PS3-Spiele in seinem Blu-Ray Laufwerk.
Besagtes Steuerungsschema tauften die Entwickler auf den Namen "Whip Select" und beschreibt die Methode, mit der man durch Drehen des rechten Analogsticks in die gewünschte Richtung zwischen seinen Einheiten hin- und herspringt, selbst wenn diese weitab eures Sichtfelds positioniert sind. Die Kameraperspektive beschränkt sich nämlich vornehmlich auf den Sichtradius eurer Truppen und die ansonsten übliche Vogelperspektive entfällt. Stattdessen werden sämtliche Einheiten beziehungsweise Gruppen von Einheiten durch Symbole am Bildschirmrand repräsentiert und sobald der rechte Analogstick betätigt wird, erscheint eine rote Linie auf dem Schirm, mit dem diese anvisiert werden können. Das Loslassen des Sticks über der gewünschten Einheit teleportiert euch schnurstracks über die gesamte Karte zu dieser Einheit, wo ihr weitere Befehle geben oder die Lage von dort aus überwachen könnt.
Das Ganze funktioniert mit einer Handvoll Untergebenen zwar noch so einigermassen, doch sobald sich die Zahl eurer Kontrollgruppen dem zweistelligen Bereich nähert, wird das Navigieren zwischen euren Truppen zu einem wahren Albtraum. Nach den ersten Spielminuten zieren bald einmal Dutzende von halb übereinanderliegenden Symbolen den Bildschirm und das Anvisieren einer bestimmten Gruppe verlangt oft mehrere Versuche zwischen denen man üblicherweise ungewollt ans andere Ende des Schlachtfelds befördert wird und erst einmal einige Sekunden lang die Übersicht zurückerlangen muss. Oft reicht eine kleine Richtungsänderung von einem Grad schon aus und man wählt aus Versehen eine unnütze Gruppe aus, was durchaus auch gerne passiert, während man seinen Daumen vom Stick nimmt. Um diese konstante Frustration über die unbrauchbare Steuerung zumindest ein wenig zu reduzieren, empfiehlt es sich, von einer übersichtlichen Position, zum Beispiel mit einer fliegenden Späherdrohne, indirekte Befehle ohne Wechsel der Ansicht an eure Truppen zu erteilen, doch diese Taktik stösst spätestens bei Stormrises zweiter Besonderheit an seine Grenzen.
Anders als bei den meisten anderen Strategie-Titeln beschränken sich die Schlachtfelder von Stormrise nicht allein auf die Erdoberfläche, sondern können dank fliegenden Einheiten wie dem gigantischen Riftworm in die Lüfte und durch zahlreiche Tunnel- und Höhlensysteme auch unter die Erde verlagert werden. Eine interessante Idee, die viele neue Taktiken zulässt, um einem unachtsamen Gegner in den Rücken zu fallen, doch gerade in engen, mehrstöckigen Korridoren bricht Whip Select komplett ein, gefördert von einer qualvoll schlechten Kameraführung, die jegliche Orientierung verunmöglicht. Manche Story-Missionen treiben einem schon beim Anblick der ebenfalls komplett unübersichtlichen, holografischen Karte den Angstschweiss auf die Stirn mit mehreren Treppenhäusern und Ebenen, durch die ihr eure gesamte Armee händchenhaltend durchschleusen dürft.
Game Info
- Genre: Strategie
- Entwickler: Creative Assembly
- Publisher: Sega
- Spieler offline: 1
- Spieler online: 8
- Releasedatum: 25.03.2009 (erschienen)
- 1080p Modus: Ja
- 4:3 Anpassung: Vollbild
- Sixaxis Support: Nein
- Teilinstallation auf Festplate: Nein




