
Disgaea 3: Absence of Justice
Disgaea 3: Absence of Justice Test / Review
Während sich das Medium Videospiele mehr und mehr dem Massenmarkt erschliesst, gibt es erfreulicherweise immer noch Entwickler, die nicht davor zurückschrecken, ihr Produkt auf eine kleine Zielgruppe auszurichten, wohl wissend, dass die Verkaufszahlen kaum mit denen der neusten Shooter-Sensation mit Top-Grafik vergleichbar sein werden. Zu diesen oft vergessenen Perlen gehört sicherlich auch Nippon Ichis Disgaea-Reihe, die nun in ihrer dritten Ausgabe auf der PS3 für quirrligen Strategie-Spass sorgt.
Disgaea 3: Absence of Justice gehört wie bereits seine Vorgänger mit zum Besten, was das Strategie-RPG Genre zu bieten hat, obwohl sich die raster-basierten Rundenkämpfe oberflächlich gesehen kaum von anderen Vertretern wie Final Fantasy Tactics oder Fire Emblem unterscheiden. Unter der sprichwörtlichen Haube versteckt sich jedoch jeweils eine gehörige Portion abgedrehter Verrücktheit gepaart mit eigenwilligem, herrlich schrägem Anime-Humor, die der Serie ihren Stempel aufdrücken. Mehr noch überraschte die Serie seit Anbeginn aber mit einer ungeheuren Komplexität, die nicht nur Neulinge aufgrund einer Unmenge an Optionen schnell einmal überfordern kann. Disgaea 3 perfektioniert diese Formel auf der PS3 weiter und wird Kennern binnen Minuten ans Herz wachsen, doch ein Blick auf die überholte Optik ist beinahe symbolisch dafür, dass die Serie ein wenig auf der Stelle tritt.
Zentraler Charakter des Spiels ist Mao, Sohn des Overlords und Student an der Akademie des Bösen in den Tiefen der dämonischen Netherworld. Als oberster Ehrenschüler verbringt er seine Studienzeit mit Schwänzen, Videospielen und seinem neusten Hobby, der Erforschung der geheimen Kräfte von Superhelden mit Hilfe jeder Menge Mangahefte und Animeserien. Grund für den Eifer das mit einem Bösheitsquotienten von 1.8 Millionen ausgestattete Genie ist dessen Vater, der aus Versehen auf seine SlayStation Portable getreten war, dabei Spielstände im Wert von vier Millionen Spielstunden zunichte machte und dafür nun eine gehörige Abreibung verdient hat. Wie er aus seiner Forschung weiss, kann nur ein Held einen Overlord besiegen, weshalb Mao prompt den Heldentitel des guten Almaz von Almadine Adamant an sich reisst, der seinerseits die Netherworld infiltriert hatte, um den Overlord zu vernichten. Wenig überraschend läuft der Plan schief als sich herausstellt, dass Almaz sich seinen Titel selbst verliehen hat und die weiteren Schritte auf dem Weg, den Overlord zu besiegen involvieren einen kochbesessenen Hauswirtschafts-Lehrer, eine mordlüsterne Prinzessin und die schwierige Aufgabe, sein Herz zu öffnen.
Unnötig zu erwähnen, dass die bizarre Welt von Absence of Justice einmal mehr gespickt ist mit witzigen Dialogen, kuriosen Charakteren, zweideutigen Popkultur-Referenzen und einer guten Portion Selbstironie, die bereits die ersten beiden Titel auszeichnete, was aber nicht heissen soll, dass unter der leichtherzigen Anime-Fassade keine ernstzunehmende Handlung schlummert. Die Mischung aus humorvollen Gesprächen und skurrilen Szenarien überwiegt aber und macht die gut 30 bis 35 Stunden andauernde Handlung zu einem wahren Vergnügen. Wer allerdings wenig mit der Anime-Präsentation anfangen kann, wird der allein durch 2D Portraits und Spielgrafik übermittelten Geschichte nicht den gleichen Enthusiasmus entlocken können.
Game Info
- Genre: Strategie-Rollenspiel
- Entwickler: Nippon Ichi Software
- Publisher: Koch Media
- Spieler offline: 1
- Releasedatum: 19.02.2009 (erschienen)
- 1080p Modus: Ja
- 4:3 Anpassung: Vollbild
- Sixaxis Support: Nein
- Teilinstallation auf Festplate: Nein




