Eternal Sonata

Eternal Sonata Test / Review

Es ist schon etwas perplex, dass die PlayStation 3 nach zwei Jahren immer noch ohne ein hochwertiges, japanisches Rollenspiel dasteht, wenn auch Segas Valkyria Chronicles die Strategie-RPG Nische bereits hochkarätig besetzt hat. Mit Eternal Sonata schickt sich Bandai Namco nun an, diese Lücke zu füllen und auch wenn diese Sonate vielleicht nicht ewig anhalten wird, weiss ihre Melodie zumindest ein Jahr nach der Xbox 360 Fassung noch immer zu verzücken.

Tri-Crescendos Erstling besitzt sicherlich einige Qualitäten, mit denen es sich von seinen Konkurenten abzusetzen vermag, doch die ungewöhnliche Prämisse des Spiels nimmt wohl die zentralste Rolle dabei ein. Diese befasst sich mit den letzten Stunden im Leben des berühmten Komponisten und Musikers, Frédéric Chopin, der in seinem Totenbett in Paris friedlich schläft. Die wahre Geschichte spielt jedoch in der malerischen Traumwelt des Pianisten, wo er auf Polka trifft, ein junges Mädchen mit der Gabe der Magie. Doch wie alle Magiebenutzer leidet auch Polka unter einer unheilbaren Krankheit, welche ihrem kurzen Leben bald ein Ende bereiten wird. Zusammen mit Chopin entscheidet sie sich, ihre letzten Tage für das Wohl der Menschen zu kämpfen und macht sich auf eine Reise, um mit dem Grafen des Landes zu sprechen. Auf ihrem Weg begegnen die beiden nicht nur den beiden Strassenjungen Allegretto und Beat, sondern finden sich bald inmitten einer Revolutionsbewegung und dem drohenden Krieg zwischen zwei Nationen wieder. Doch während Polka immer mehr ihr vorbestimmtes Schicksal erkennt, verliert sich Frédéric Schritt um Schritt in dieser Welt und die Grenzen zwischen Traum und Realität scheinen langsam zu verschwimmen.

So phantasievoll und herzerweichend die Handlung aber auch sein kann, schöpft Eternal Sonata in dieser Beziehung leider nicht aus dem Vollen. Nicht nur überrascht das Spiel so gut wie nie mit unvorhergesehenen Wendungen, was deren linearen Verlauf sehr vorhersehbar gestaltet, auch fehlt dem Erzbösewicht leider eine richtige Motivation für seine üblen Taten. Zudem enttäuscht auch das Ende mit einem schwer nachvollziehbaren Finale, welches einen zwar mit einem warmen Gefühl im Herzen, aber auch einer Menge Fragen zurücklässt. Im Verlauf des Spiels wird die Handlung zudem regelmässig durch informatives, aber spielerisch wenig relevantes Hintergrundwissen aus Chopins Leben unterbrochen, was dem Spielfluss wenig förderlich ist. Eigentlich schade, denn die Welt von Chopins Traumwelt wie auch seine Bewohner sind allersamt so interessant wie bezaubernd.

Dies auch aufgrund der atemberaubenden Cel-Shading Optik, die nicht nur technisch sondern insbesondere auch aufgrund seiner vorzüglichen Art Direction noch immer erstklassig aussieht. Speziell die fantasievollen Umgebungen und detailierten Szenerien können auch heute noch zum Staunen anregen und die satte Farbpalette zaubert jederzeit ein traumhaftes Gemälde auf den Bildschirm. Das Charakterdesign folgt einem ähnlich markanten Stil und wer kullernde Animeaugen in seinem JRPG liebt, wird voll auf seine Kosten kommen. Allerdings wirken die Animationen insbesondere in den ausschliesslich in Spielgrafik gehaltenen Zwischensequenzen oft etwas steif und die Lippensynchronität bezieht sich auf die im Spiel enthaltenen, japanischen Originalstimmen, was im Englischen etwas unschön aussieht.

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Game Info

  • Genre: Rollenspiel
  • Entwickler: Tri-Crescendo
  • Publisher: Bandai Namco, Atari
  • Spieler offline: 3
  • Releasedatum: 11.02.2009 (erschienen)

  • 1080p Modus: Nein
  • 4:3 Anpassung: Vollbild
  • Sixaxis Support: Nein
  • Teilinstallation auf Festplate: Nein

Leserwertung

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