
Call of Duty: World at War
Call of Duty: World at War Test / Review
Nach einem aufregenden Ausflug in modernere Gefilde ruft die Pflicht von Activisions Shooter-Serie nun wieder im bekannten Umfeld des Zweiten Weltkriegs. Trotz technischem Rückschritt in die Ära von MP40 und M1 Garand anstelle eines M16 Gewehrs wird die geleistete Vorarbeit in Modern Warfare aber gut genutzt und macht World at War zu einem der aufregendsten und intensivsten Egoshooter auf dem Markt.
Einen Nachfolger zu Infinity Wards erfolgreichem vierten Ableger der Call of Duty-Reihe entwickeln zu müssen, gehört wohl zu einer der schwersten Aufgaben, der sich Entwicklerstudio Treyarch je hatte stellen müssen, schliesslich ist die Erwartungshaltung der Spielergemeinde nach dem populären Call of Duty 4 immens. Kein Wunder also orientiert sich der nummernlose fünfte Teil nahe an der Erfolgsformel des Vorgängers und das Satzfragment "Ähnlich wie in Call of Duty 4: Modern Warfare" könnte prinzipiell für fast jeden Aspekt von World at War angewandt werden. Doch das ist grösstenteils durchaus positiv gemeint, darf man doch einerseits eine gewisse Vertrautheit erwarten und andererseits spielte sich Modern Warfare seinerzeit so exzellent, dass Treyarch eigentlich kein Vorwurf gemacht werden kann, am Erfolgsrezept festhalten zu wollen.
Auffälligster Unterschied zum direkten Vorgänger ist selbstverständlich der erneute Abstecher ins Europa der düsteren 40er Jahre und dem Kampf gegen die sich ausbreitende Nazi-Herrschaft über dem Kontinent. Als Mitglied der sovjetischen Streitkräfte treibt ihr mit der Roten Armee, beginnend in Stalingrad die deutschen Truppen Stück für Stück zurück und stürmt letzten Endes gar Berlin selbst. Gleichzeitig beschäftigt ihr euch aber auch an anderer Front mit dem Zurückschlagen der japanischen Armee, welche nach dem Angriff auf Pearl Harbor die Vereinigten Staaten zu einem blutigen Kräftemessen herausgefordert hatte. Die beiden Kampagnen sind diesmal zwar in keinster Weise miteinander verknüpft und letztlich wird deren Ausgang den historisch Bewanderten keinesfalls überraschen, doch einmal mehr fängt die Serie das Drama und Chaos des Krieges auf eindrücklichste Weise ein. Kameraden wie Feinde fallen um euch herum zu Dutzenden, Bomber und Jagdflugzeuge ziehen über euren Köpfen hinweg, Explosionen erschüttern den Boden, Dreck, Staub und die Schreie der Verwundeten erfüllen die Luft. Die angespannte Atmosphäre, in die euch World at War hineinzieht, ist erdrückend realistisch und wiederspiegelt wie im echten Krieg das Gefühl, dass jeder unachtsame Schritt euer Letzter sein könnte.
Die beiden sehr unterschiedlichen Szenarien bieten zudem Raum für viele Auseinandersetzungen, die man so trotz der endlosen Masse an Spielen rund um den Zweiten Weltkrieg noch nicht erlebt hat. Auf russischer Seite noch am Ehesten in bekannter Manier zu und her mit vielen Feuergefechten in und um die Fassaden zerbombter Städte und einst malerischer Dörfer. Ganz anders geht es gegen die japanischen Verteidigungsstellungen auf den Pazifikinseln zur Sache, wo ihr im dichten Dschungel die Befestigungen und Tunnelsysteme des Gegners ausräuchern müsst, während in den Bäumen versteckte Scharfschützen auf euren Kopf aus sind und die in ausgehobenen Erdlöchern ausharrenden Banzai-Krieger nur darauf warten, dass ihr ihnen nichtsahnend den Rücken zuwendet. Nebst einiger besonders eindrücklicher Aufträge wie einer aufregenden Attentatsmission in Stalingrad sorgen auch wieder ein paar Vehikel-Abschnitte für Abwechslung. So nehmt ihr nicht nur hinter dem MG eines Kampfflugzeugs Platz, um die gegnerische Marine zu dezimieren, sondern setzt euch einmal gar ans Steuer eines russischen Panzers und hebt deutsche Bunker und feindliche Artillerie aus.
Game Info
- Genre: Egoshooter
- Entwickler: Treyarch
- Publisher: Activision Blizzard
- Spieler offline: 4
- Spieler online: 18
- 1080p Modus: Ja
- Sixaxis Support: Nein
- Teilinstallation auf Festplate: Nein




