
James Bond: Ein Quantum Trost
James Bond: Ein Quantum Trost Test / Review
Mit dem zweiten Auftritt von Daniel Craig als Doppelnull-Agent erscheint auch die erste Spielumsetzung mit dem neuen Bonddarsteller in der Hauptrolle. Doch kann der smarte Brite auch abseits der Leinwand auf der Konsole überzeugen?
Wer seine Freizeit schon länger mit Videospielen verbringt, dürfte den Namen James Bond wohl nicht nur mit rasantem Actionkino in Verbindung bringen. Vor über 10 Jahren revolutionierte das englische Entwicklerhaus Rare mit dem N64-Titel GoldenEye das Egoshooter-Genre und die damaligen Fans (zu denen ich mich zweifelsohne ebenfalls zähle) schwärmen noch bis heute von dem Nintendo-Klassiker. Für alle kommenden 007-Lizenzspiele hat dies natürlich die unangenehme Nebenwirkung, dass sie stets den Vergleich zum hohen Standard des damaligen Meisterwerks fürchten müssen. Ein Schicksal, dem natürlich auch "Ein Quantum Trost" nicht entgehen kann.
Genau wie GoldenEye spielt sich der erste PS3-Bond aus der Ego-Perspektive. Quantum of Solace basiert bekanntlich auf der Call of Duty 4 Engine, was sich auch eindeutig im Gameplay zeigt. Die zahlreichen Fans der modernen Egoshooters werden sich deshalb schnell heimisch fühlen. Trotzdem haben die Entwickler von Treyarch eine entscheidende Modifikation eingeführt: Ein Deckungssystem, wie es beispielsweise auch bei Rainbow Six Vegas zum Einsatz kommt, welches die Ansicht aus der Egoperspektive in eine schulternahe Kameraposition schwenken lässt. Mit einem Druck auf die X-Taste zieht Mr. Craig so hinter beinahe jedem massiveren Objekt den Kopf ein. Auch das blinde Feuern aus der Deckung sowie der schnelle Stellungswechsel hinter ein benachbartes Objekt beherrscht der englische Agent ganz selbstverständlich.
Das Cover-System funktioniert bis auf seltene Ausnahmen gut und das Leveldesign ist entsprechend darauf ausgelegt. Einen Grossteil der Spielzeit verbringt ihr so in "Duck & Shoot" Sequenzen bis das Gebiet von Gegnern befreit ist und ihr euren Weg zum nächsten Missionsziel fortsetzen könnt. Echte Alternativwege oder ähnliches sucht man bei Quantum of Solace dementsprechend leider vergeblich. Immerhin finden sich an einigen Stellen die Möglichkeiten, den Kontrahenten über einige Stellungswechsel in die ungeschützten Flanken zu fallen. Die Aufgaben beschränken sich ihrerseits meist auf das simple Erreichen eines Levelausganges. Genau wie im jüngsten Kinoabenteuer verzichtet der gute James diesmal nämlich fast komplett auf die ansonsten typischen Agenten-Gadgets, die dem Spiel noch zusätzliche Abwechslung hätten verleihen können.
Dennoch versuchten die Entwickler das grundsätzlich Action-Gameplay zusätzlich aufzulockern. Bestimmte Türschlösser wollen so erstmals über ein Mini-Game geknackt werden, beim Überqueren schmaler Brüstungen muss man den Protagonisten mit dem rechten Analog-Stick in der Balance halten und bei Handgemengen mit den Bösewichten kommen kleinere Quick-Time Events zum Einsatz. Zwar bilden all diese Elemente sicherlich eine willkommene Abwechslung vom ansonsten bleihaltigen Agenten-Alltag, trotzdem wirken aber gerade diese Elemente etwas deplaziert.
Game Info
- Genre: Action
- Entwickler: Treyarch
- Publisher: Activision
- Spieler offline: 1
- Spieler online: 12
- Releasedatum: November 2008
- 1080p Modus: Nein
- 4:3 Anpassung: Vollbild
- Sixaxis Support: Nein
- Teilinstallation auf Festplate: Nein



