
Far Cry 2
Far Cry 2 Test / Review
Oh, seht her. Ein Spiel ohne langwieriges Intro – so gefällt’s mir. Doch so ganz ohne Anfangssequenz geht es dann eben doch nicht: Willkommen im interaktiven (man darf das Sichtfeld unseres Protagonisten herumschwenken) Vorspann zu Far Cry 2. Auf einem ziemlich schrottreifen Jeep (jetzt weiss ich dafür endlich, wo all die Autos für den Export hingehen) werden wir durch die afrikanische Steppe transportiert und man nimmt gleich einen Augenschein der dortigen, ziemlich tristen Umstände.
Aber um was geht’s hier eigentlich? Der etwas dubios aussehende Fahrer erklärt uns, dass zwei verfeindete Gruppen von Rebellen namens APR und UFLL um die Macht kämpfen. Wieso und warum wissen wir nicht, aber das weiss man im realen Leben oft auch nicht. Nach dem Passieren eines Grenzpostens, wo wir den Kollegen eine Kiste Bier als Bestechung versprechen, lässt man uns passieren. Aber wirklich geniessen kann man die Weiterfahrt nicht. Uns wird übel, das Bild verschwimmt. Diagnose: Malaria. Nach einer kurzen Pause öffnen wir unsere Augen. Wo ist der Jeep? Wo der Fahrer? Wo sind wir überhaupt? Auf einem Bett liegend sehen wir verschwommen eine Person mit einer Machete in der Hand. Die Person kommt auf uns zu, beugt sich über uns und verschwindet dann zügig wieder. Diese Person war der "Schakal", unser Zielobjekt! Der Schakal ist ein korrupter Waffenhändler, der die verfeindeten Parteien mit Waffen beliefert und dementsprechend Freude am kriegerischen Treiben hat. Da wir ihn jetzt gesehen haben, kann die Reise losgehen.
Im Gegensatz zu vielen anderen First-Person-Shooterm habt ihr bei Far Cry 2 die Möglichkeit aus einer Fülle von Akteuren euren Kämpfer auszuwählen. Da das Spiel aber nie aus der Ich-Perspektive weicht, hat dies optisch keinen grossen Einfluss. Die Fülle und Herkunft der Kämpfer ist aber erfreulich weitreichend, so dass jeder sein Alter-Ego finden sollte. Mit der Selektion des eigenen Charakters sind die anderen Kämpfer jedoch nicht einfach weg, sondern ihr werdet sie an verschiedenen Stationen des Spiels wieder treffen und sie werden euch auch öfters mal aus der Patsche helfen. Nette Idee!
Da wir jetzt wissen, wer wir sind und wie wir heissen, kann das eigentliche Spiel endlich losgehen. Mitten im Kriegsgebiet erwachen wir wieder und bekommen gleich einen Geschmack der üblen Stimmung. Kugelhagel links und rechts, Granaten explodieren - jetzt sind wir zweifelsohne endgültig angekommen. Nach einem kurzem Intermezzo beim Kollegen, der euch temporär vom Ausbruch der Malaria befreit, dürft ihr sodann euer erstes Safehouse in Beschlag nehmen. Wie der Name schon vermuten lässt, dürft ihr dort nicht nur speichern sondern auch gekauft Waffen platzieren und euch mit Medipacks (in Form von Spitzen) ausrüsten. Gut ausgerüstet startet ihr in den normalen Arbeitsalltag: Je nachdem, ob ihr euch eher zur APR oder zur UFLL hingezogen fühlt, spürt ihr deren Quartier auf und bekommt dort einen Job zugewiesen. In der Regel sind diese eher simpel gehalten. Ihr befreit einen Gefangenen, säubert ein Gebiet, zerstört ein wichtiges Objekt oder tötet gezielt einen Gegner. Insgesamt sind es etwas mehr als 30 Aufträge, die trotz unterschiedlichen Missionszielen mit der Zeit ziemlich monoton werden. Hier habe ich mich gefragt, ob es nicht klüger gewesen wäre, die ganze Ballerei ohne das zwanghafte Verketten mit einer unsinnigen Story zu machen. Die Figuren im Spiel sind zwar gut und lebhaft, aber irgendwie konnte mich die Geschichte nicht wirklich mitreissen.
Game Info
- Genre: Egoshooter
- Entwickler: Ubisoft Montreal
- Publisher: Ubisoft
- Spieler offline: 1
- Spieler online: 16
- Releasedatum: März 2012
- 1080p Modus: Nein
- 4:3 Anpassung: Balken
- Sixaxis Support: Ja
- Teilinstallation auf Festplate: Ja
- Grösse der Installation: 3500 MB




