
LittleBigPlanet
LittleBigPlanet Test / Review
Lange ist es her, seit LittleBigPlanet an der Game Developers Conference Anfang 2007 der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Einst eingebunden in eine Präsentation rund um Vernetzung, Interaktivität und Verbreitung von benutzergenerierten Inhalten, zauberte das ungewöhnliche Jump & Run mit eingängigem Level-Editor und unverwechselbar charmanten Charakteren seither bei jeder Vorstellung ein Lächeln auf die Gesichter seines Publikums. Das finale Produkt in den Händen ist nur schwer vorstellbar, dass die von Entwicklern wie Spielern geschürten Erwartungshaltungen erfüllt werden können, doch Media Molecules PS3 Erstling könnte durchaus als Vorreiter einer neuen Art von Videogames in die Spielehistorie eingehen.
Nüchtern betrachtet ist LittleBigPlanet an erster Stelle ein Jump & Run und ein vergleichsweise simples obendrein wie ein Blick auf die Steuerung beweist. Der linke Analogstick bewegt eure Spielfigur, den aus Leinenstoff gestickten Sackboy (oder wahlweise auch das feminine Sackgirl), durch die Welt, mit der X-Taste vollführt ihr einen eleganten Sprung und durch Drücken von R1 krallt sich der knuffige Sackboy am nächstgelegenen Gegenstand fest. Zusammen mit den stellenweise umgeschnallten Jetpacks, welche mit einem kurzen Rütteln des Controllers wieder abgestreift werden, sowie etwas Fingerspitzengefühl, lässt sich Sackboys Weltreise rund um den Little Big Planet problemlos absolvieren. Spielerisch zwar völlig belanglos, aber insbesondere mit Freunden von ungeheurem Unterhaltungswert sind hingegen die mit dem Steuerkreuz erzeugten Emotionen Freude, Trauer, Angst und Wut, welche jeweils in drei Stufen von mild bis geradezu ekstatisch einstellbar sind. Durch gedrückt halten der Schultertasten können zudem Sackboys Arme für witzige Posen verwendet oder dem Nebenmann mit einer schnellen Bewegung mal eben ein ordentlicher Klapps verpasst werden. Auch abseits des eigentlichen Spielens kann so für jede Menge Kurzweil gesorgt werden.
Nicht dass das Spiel dies nötig hätte, denn trotz simplen Steuerungsoptionen bleibt die Story-Kampagne, ob allein oder mit bis zu drei Mitstreitern, von Anfang bis Ende ausnahmslos abwechslungsreich. Ausdrücklich dafür verantwortlich ist dabei das brillante Leveldesign seitens der Entwickler, nicht nur was die thematische Ästhetik der acht verschiedenen Welten, angefangen von den königlichen Gärten, über die afrikanische Savanne, mexikanische Wüsten, die amerikanische Grossstadt bis hin zum von Ninjas besiedelten Japan, die eisige Arktis und einiges mehr, anbelangt. Selbst unter den drei bis vier Abschnitten innerhalb jedes Landes spielt sich kein Level wie der Andere und ständig stellen einen die Macher vor neue Hürden, die das Spielgeschehen wieder komplett auf den Kopf stellen.
So will in einem besonders imposanten Bereich der Bräutigam einer scheinbar am Altar sitzen gelassenen Braut ausfindig gemacht werden, welcher sich in den finsteren Katakomben verirrt hat. Die einzige Lichtquelle in dieser Dunkelheit bietet dabei der getreue Schosshund des Vermissten, welcher euch auf Schritt und Tritt folgt und für den ihr einen Weg durch die mit Hindernissen und Fallen gespickten Gänge bahnen müsst. Ein andermal bemannt ihr einen steuerbaren Heissluftballon, um einen aktiven Vulkan zu erklimmen, bahnt euch mit Sprengstoff einen Weg durch verlassene Minenschächte oder sucht einen Nachtclub für Erdmännchen auf. Der Ideenreichtum von Media Molecule ist wahrhaft beeindruckend, insbesondere da LittleBigPlanet grundsätzlich ja 'nur' ein 2D Sidescroller ist und somit weit weniger Bewegungsfreiheit bieten kann als die aktuelle 3D Konkurrenz.
Game Info
- Genre: Jump&Run
- Entwickler: Media Molecule
- Publisher: SCEE
- Spieler offline: 4
- Spieler online: 4
- Releasedatum: 20.10.2008 (erschienen)
- 1080p Modus: Nein
- 4:3 Anpassung: Vollbild
- Sixaxis Support: Ja
- Teilinstallation auf Festplate: Ja
- Grösse der Installation: 418 MB




