
Siren: Blood Curse - Kapitel 1
Siren: Blood Curse - Kapitel 1 Test / Review
Mit dem Erfolg von Resident Evil 4 scheint das Survival Horror Genre in den letzten Jahren einem Trend weg vom nervenaufreibenden Angsttrip hin zum eher Kampf-orientierten Action-Spiel mit grusliger Beleuchtung zu folgen. An sich natürlich keine schlechte Idee, wird der Eine oder Andere aber ein Spielerlebnis im Stil von japanischen Horrorfilmen wie 'Ringu' dieser Tage schmerzlichst vermissen. Genau diese Lücke will Sony ab Ende Juli über den ganzen Sommer hinweg zu füllen versuchen und zwar mit Siren: Blood Curse.
Wie es der Untertitel der japanischen Fassung, New Translation, wahrscheinlich besser verdeutlicht, handelt es sich bei Blood Curse um eine Neuinterpretation des 2004 auf der PS2 erschienenen Forbidden Siren. Dieses brachte damals einige interessante Konzepte mit sich, wie die auf einzelnen, miteinander verwobenen Episoden aufgebaute Handlung oder die Fähigkeit, sich in die Gedanken eurer Feinde einzuklinken, doch letzten Endes stolperte der Titel über einige Hürden, die den Spielspass arg bremsten und welche das PlayStation 3 Remake nun zu umgehen versucht. Der episodische Aufbau des Originals wird indes noch einen Tick vertieft, erscheint Blood Curse doch zunächst in vier Kapiteln à je drei Episoden als Downloadtitel. Ganz im Zeichen von amerikanischen TV-Serien wie Lost startet dabei jede Folge sogar mit einem Zusammenschnitt der vergangenen Geschehnisse und sorgt nach getanem Spiel mit einer kurzen Vorschau für Vorfreude.
Die Geschichte ist jener des PS2 Vorbilds in ihren Grundzügen nachempfunden und folgt erneut einer Gruppe Auswärtiger, die sich zufällig alle am Abend eines seltsamen Rituals im abgelegenen Dörfchen Hanuda an der Küste Japans einfinden. Erste Unterschiede dürften Kennern aber gleich zu Beginn auffallen, verschlägt es diesmal doch unter anderem ein amerikanisches Fernsehteam an den unheimlichen Ort, dessen Einwohner sich bald als Shibito, lebende Tote entpuppen und den unwillkommenen Gästen bald an den Kragen wollen. Verständlicherweise gilt die Flucht vor den Angreifern als oberste Priorität, doch die Gruppe trennt sich in typischer Horrorfilm-Manier und bald liegt es an euch, nicht einfach nur zu überleben, sondern mit Hilfe einiger 'normal' gebliebener Dorfbewohner die Hintergründe zu erleuchten. Wenig überraschend geben die ersten drei Episoden allerdings nur bedingt Einblick darüber, wohin sich die Geschichte entwickeln wird, doch als spannende Einleitung funktioniert der etwas clichéhafte Einstieg durchaus.
Wie bereits seine Vorgänger konzentriert sich Blood Curse nicht auf einen Hauptcharakter, sondern steckt euch in die Haut mehrerer Charaktere, deren Handlungsstränge nicht selten parallel zu einander ablaufen. Ein ungewöhnliches Feature des ersten Teils war, dass die einzelnen Storysequenzen nicht selten als Vorarbeit für nachfolgende Ausflüge im gleichen Gebiet dienten, bei denen beispielsweise eine Tür frühzeitig geöffnet werden musste, um anderen Fluchtgefährten ein Weiterkommen zu ermöglichen. Noch lässt sich dies zwar nicht explizit beobachten, doch einige optionale Schalter und Schlösser lassen durchaus die Vermutung aufkommen, dass früher oder später ein erneuter Ausflug durch den einen oder anderen Abschnitt von Hanuda auf euch wartet.
Game Info
- Genre: Survival-Horror
- Entwickler: SCEJ
- Publisher: SCEE
- Spieler offline: 1
- Releasedatum: 24.07.2008 (erschienen)
- 1080p Modus: Nein
- Sixaxis Support: Ja
- Teilinstallation auf Festplate: Ja
- Grösse der Installation: 2531 MB




