Condemned 2: Bloodshot

Condemned 2: Bloodshot Test / Review

Condemned: Criminal Origins war seinerzeit ein Launchtitel für die Xbox 360 und bot dem Spieler eine bis dato so noch nie gesehene Mischung aus packender Gruselatmosphäre und kompromisslos brutaler Nahkampf-Action. Nun dürfen auch PS3 Besitzer in die finsteren Regionen des menschlichen Geistes abtauchen und die ausgemerzten Schwächen des Vorgängers machen Condemned 2: Bloodshot zu einem noch fesselnderen Erlebnis.

Vorab muss festgehalten werden, dass Condemned 2 kein Spiel für schwache Nerven ist. Atmosphärisch kann der Titel locker mit der Silent Hill Serie mithalten, insbesondere da ihr das Ganze aus der Ich-Perspektive spielt und so der unweltliche Horror noch realer wirkt. Zudem geht das Spiel nicht zimperlich mit der rigorosen Darstellung von Gewalt um, sei dies nun ob ihr selbst die Köpfe eurer Angreifer in gewaltigen Pressen zerquetscht oder massakrierte Mordopfer an Tatorten minuziös untersuchen müsst. Die 18er-Wertung ist also allemal gerechtfertigt und daher erstaunt es auch wenig, dass sich die Entwickler im Hinblick auf die Releasechancen in Deutschland nicht mit einer Übersetzung ins Deutsche befasst haben, so dass ihr, zumindest was die Geschichte anbelangt, auf gute Englisch-Kenntnisse angewiesen seid.

Die Handlung des zweiten Teils konzentriert sich darauf, die losen Enden des Vorgängers, welcher viele Fragen offen liess, zu verknüpfen und in vielerlei Hinsicht gelingt das auch, allerdings nicht ohne noch mehr unbeantwortete Fragen aufzuwerfen. Doch auch wer den ersten Teil nicht gespielt hat, kann sich aus den Unterhaltungen und Andeutungen den groben Plot zusammenreimen und wie erwähnt werden viele Details ohnehin erst jetzt enthüllt. Als solches knüpft das Spiel an das Ende von Criminal Origins an, in dem Agent Ethan Thomas seinerzeit einen wahnsinnigen Serienmörder zu fassen versuchte, während die gesamte Bevölkerung aus mysteriösen Gründen nach und nach in einen unbändigen Gewaltrausch verfiel. Die traumatischen Ereignisse haben auch bei Ethan einen bleibenden Eindruck hinterlassen, den nur der Alkohol wegspühlen kann, doch die Vergangenheit holt den Ex-Agenten ein, als ein alter Bekannter eine kryptische Nachricht hinterlässt. Gezwungenermassen muss Thomas erneut in die düsteren Slums hinabsteigen, wo die Gewaltausbrüche schlimmer denn je wüten und in den dunklen Schatten ein übernatürliches Böses lauert.

Die Story ist generell recht spannend und weitaus übernatürlicher angehaucht, als das noch im Vorgänger der Fall war, doch einige Konzepte müssen vom Spieler für bare Münze genommen werden und bleiben grösstenteils unerklärlich, wobei auch das eher unbefriedigende Ende nur auf mögliche Offenbarungen im dritten Teil vertrösten kann. Schnell nimmt denn auch das eigentliche Spielgeschehen die Oberhand und hier bleibt Condemned 2 buchstäblich ungeschlagen. Unzählige Spiele lassen euch die Welt aus der Egoperspektive erkunden, doch zumeist geht ihr dort gut bewaffnet ans Werk und braucht nur selten den direkten Kontakt mit der Gegnerschaft zu suchen. Die Condemned-Reihe legt den Fokus deutlich mehr auf handfeste Gerangel, wobei so gut wie Alles als Waffe herhalten kann und ihr mit Bowlingkugeln, Bleirohren, Äxten und Bettpfosten aufs Brutalste auf die verrückt gewordenen Penner und Schläger eindrescht, während jeder eingesteckte Treffer euch kurzzeitig taumelnd und orientierungslos in der Gegend stehen lässt.

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Game Info

  • Genre: Action-Adventure
  • Entwickler: Monolith
  • Publisher: Sega
  • Spieler offline: 1
  • Spieler online: 8
  • Releasedatum: 19.03.2008 (erschienen)

  • 1080p Modus: Nein
  • 4:3 Anpassung: Balken
  • Sixaxis Support: Nein
  • Teilinstallation auf Festplate: Nein

Leserwertung

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