
Dark Sector
Dark Sector Test / Review
Dark Sector weckt beim ersten Anspielen sofort Erinnerungen an Resident Evil 4. Dies mag zum einen an der schulternahen Perspektive liegen, aus der ihr den Protagonisten lenkt, zum anderen aber auch an der Hintergrundgeschichte um einen ominösen Virus, welcher die infizierten zu blutrünstigen Monstrositäten verwandelt. Da sich der besagte Capcom Titel mit Sicherheit zu den Highlights der letzten Konsolengeneration zählen darf, ist das Déja-Vu zu Beginn jedoch alles andere als ein schlechter Start...
Innerhalb der ersten Spielminuten wird dann aber doch schnell klar, dass die Entwickler spielerisch eine ganz andere Richtung einschlugen. Denn während man beim vierten Teil der Resident Evil Saga trotz stärkerer Ausrichtung auf Action immer noch eher gemächlich durch die Levels marschierte, herrscht bei Dark Sector eine deutlich schnellere Gangart vor. Gleichermassen temporeiche wie fordernde Schiessereien gegen eine Vielzahl von Gegnern stehen hier ganz klar im Vordergrund des Geschehens, weshalb die geschickte Deckungssuche und der regelmässige Stellungswechsel für das virtuelle Überleben im Schlachtgetümmel eine unverzichtbare Hilfe darstellen – und entsprechend exzessiv vom Spieler genutzt werden sollten.
Dazu stellen euch die Entwickler glücklicherweise ein Steuerungssystem zur Verfügung, das Xbox 360 Besitzer bestimmt aus Gears of War kennen werden. Mit der X-Taste könnte ihr nicht nur jederzeit hinter das angepeilte Objekt in Deckung hechten, sondern auch durch den Dauerhaften Druck der Taste zum schnellen Sprint ansetzten. Genau wie bei dem besagten Microsoft Titel rückt die Kamera dabei noch näher an den Charakter heran und die Ansicht bewegt sich analog zu dessen Körperbewegungen. Das so weiter eingeschränkte Sichtfeld und die hektischen Bewegungen der virtuellen Kamera vermitteln ein ausserordentlich starkes Gefühl der Hektik und Geschwindigkeit, was nicht selten massgeblich zur actionreichen Atmosphäre beiträgt.
Im Gegensatz zur benannten Konkurrenz nehmen aber Schusswaffen bei Dark Sector eher eine zweitrangige Position unter den Meuchelwerkzeugen ein. Im Zentrum eures Waffenrepertoires steht vielmehr der "Glaive" - eine Art übergrosser Ninja-Stern, der wie ein Boomerang immer wieder den Weg zurück in eure Hand findet. Mit dessen tödlicher Hilfe lassen sich die Gegner sodann im wahrsten Sinne des Wortes in ihre meist blutigen Einzelteile zerlegen. Weitere Fähigkeiten machen den Glaive im Lauf des Spiels aber noch attraktiver: Neben stärkerer Wurfkraft bringt vor allem der "Aftertouch" ein dickes Plus an Präzision und Effektivität: Haltet ihr die Wurftaste nach dem Abwurf gedrückt, lässt sich die Flugbahn des messerscharfen Geschosses in einer Art Zeitlupe noch nachträglich justieren. So werden Flugbahnen um Ecken oder über Hindernisse hinweg mit etwas Übung zum Kinderspiel und der Glaive sorgt durch die genaueren Steuerungsmöglichkeiten für massenhaft kopflose Gegner.
Entsprechen verschwenderisch wird bei Dark Sector auch mit Pixelblut umgegangen, weshalb das Spiel ganz bestimmt nicht in Kinderhände gehört. Aus gutem Grund prangt auch das 18+ Logo auf der Verpackung. Mündige Spieler ohne Abneigung gegenüber expliziter Gewaltdarstellung werden aber vermutlich gerade aufgrund der vielfältigen Tötungsmöglichkeiten in Dark Sector eine grosse Portion an Spielspass wieder finden. Das regelmässig auftretende Gefühl, dem Gegner einen echt ausserordentlich spektakulären Abgang verschafft zu haben, zauberte auch bei mir immer wieder ein leichtes Lächeln der vielleicht perfiden, aber dennoch verdienten Befriedigung auf die Lippen – nicht zuletzt deshalb, da der Kampf gegen die meist relativ intelligent agierenden Kontrahentenschar keinesfalls ein Zuckerschlecken ist und eine geplante Vorgehensweise erfordert.
Game Info
- Genre: Action
- Entwickler: Digital Extremes
- Publisher: Koch Media
- Spieler offline: 1
- Spieler online: 10
- Releasedatum: 04.04.2008 (erschienen)
- 1080p Modus: Nein
- 4:3 Anpassung: Balken
- Sixaxis Support: Ja
- Teilinstallation auf Festplate: Ja
- Grösse der Installation: 1200 MB




