
TimeShift
TimeShift Test / Review
TimeShift ist ein Paradebeispiel dafür, was passiert, wenn Publisher ein halbfertiges Spiel unbedingt zum Weihnachtsgeschäft auf den Markt werfen wollen. Ironischerweise fehlt dem Titel nämlich vor allem etwas: mehr Zeit.
Seitdem Max Payne die aus 'The Matrix' bekannte 'Bullet Time' ins Videospielland geschmuggelt hat, finden sich Titel, die dem Spieler die Kontrolle über die Zeit in die Hände legen wie Sand am Meer. TimeShift geht noch einen Schritt weiter und lässt die Zeit nicht nur verlangsamen, sondern friert auf Wunsch auch die gesamte Welt um euch herum kurzzeitig ein oder lässt sie gar rückwärts laufen, während ihr euch, geschützt in eurem schicken Zeitreise-Anzug weiterhin frei bewegen könnt. Diese Features bringen eine Reihe an interessanten Optionen in die zahllosen Feuergefechte, die ihr im Verlauf des Spiels bestreiten müsst und regt auch dank einiger Puzzlesequenzen eure grauen Zellen an, doch Weltbewegendes vermag Timeshift leider nicht zu erzielen.
Laut TimeShift wird die Wissenschaft in der nahen oder fernen Zukunft einen Anzug entwickeln, welcher den Menschen vor den Gefahren einer Zeitreise, wie beispielsweise das äusserst ungesunde Zerquetschen des Körpers in eine Singularität aufgrund der Bewegung mit Lichtgeschwindigkeit, zu schützen. Mit diesem Alpha-Anzug gelingt es dem übereifrigen Dr. Krone, in die Vergangenheit zu reisen und kreiert dabei promt eine alternative Realität mit sich selbst als diktatorischem Herrscher über den gesamten Planeten. Gerade noch rechtzeitig bevor eure Forschungseinrichtung in die Luft fliegt, könnt ihr in den zweiten Anzug schlüpfen und nehmt sogleich den Kampf gegen euren grössenwahnsinnigen Kollegen auf.
So ungefähr lautet die Handlung von TimeShift, wenn man Handbuch und Verpackungsrückseite Glauben schenken will, im eigentlichen Spiel offenbart sich diese bis auf wenige, unzusammenhängende Erinnerungsfragmente jedoch in keinster Weise. Der Spieler erlangt über den gesamten Spielverlauf hinweg keinerlei Informationen wer man ist, wo beziehungsweise wann man ist und was man eigentlich tun soll, ein Umstand, der den Titel jeglicher Motivation beraubt, was eines der Hauptprobleme von TimeShift darstellt. Zugegeben, ihr trefft insbesondere zu Beginn des Spiels gelegentlich auf Wiederstandskämpfer, doch gegen was sie eigentlich ankämpfen und wer der glatzköpfige, redenschwingende Herr auf der Videoleinwand ist, wird im Spiel nur äusserst subtil erläutert.
Vergleiche mit der Half-Life Reihe sind dabei so offensichtlich wie Schnee im Winter, rennt doch auch Forscherkollege Gordon Freeman in seinem Spezialanzug zunächst waffenlos durch die linearen, aber interessant gebauten Umgebungen und Elemente wie eine Wiederbelebungsszene direkt zu Beginn oder das Schleichen durch diverse Lüftungsschächte gleichen einer Hommage an den Urvater des modernen Egoshooters. Wenn auch wenig innovativ überzeugt TimeShift insofern aber durchaus, allerdings erreichen die Entwickler bei der Einbindung des Spielers in die Spielewelt, insbesondere durch die fehlende Story und unzusammenhängende Level bei weitem nicht das Niveau von Valves Vorzeigeshooter.
Game Info
- Genre: Egoshooter
- Entwickler: Sierra
- Publisher: Vivendi Games
- Spieler offline: 1
- Spieler online: 16
- Releasedatum: Januar 2008
- 1080p Modus: Nein
- Sixaxis Support: Nein
- Teilinstallation auf Festplate: Ja
- Grösse der Installation: 419 MB



