Medal of Honor: Airborne

Medal of Honor: Airborne Test / Review

Freunde von 2. Weltkriegs-Shooter haben sicher keinerlei Grund zur Klage, gilt das Genre doch auch trotz des zwischenzeitlichen Rückzugs der Call of Duty-Reihe in modernere Zeitalter noch immer als sehr gut besetzt. Ein langjähriger Vertreter ist dabei Electronic Arts' Medal of Honor Serie, die sich mit ihrem neuesten Teil einmal mehr anschickt, den Spieler in einige der entscheidenden Schlachten zum Sieg über die Achsenmächte zu führen.

Diesmal schlüpft ihr in die Rolle von Fallschirmspringer Boyd Travers, der mit seiner Einheit von Teufelskerlen über halb Europa abspringt, um am Boden angekommen den gerechten Kampf zu führen und dabei Mission um Mission erfüllen muss. Eine wirkliche Geschichte gibt es dabei kaum oder zumindest dürfte jeder, der im Geschichtsunterricht beim Thema Zweiter Weltkrieg die Ohren gespitzt hat bereits erahnen können, worum es in Medal of Honor: Airborne geht. Die einzelnen Aufträge der sechs Szenarien umfassenden Einzelspielerkampagne sind dabei voneinander sehr unabhängig, weshalb leider kein Sinn eines grösseren Zusammenhangs zustande kommt und auch jegliche Charaktervertiefung von Soldat Travers oder seiner Kameraden lässt das Spiel schmerzlichst vermissen. Und so packt ihr nach jedem kurzen Missionsbriefing mit eurem Vorgesetzten euren Fallschirm und bevorzugte Bleispritzen, bemannt mit euren Männern das nächste Flugzeug und springt aus mehreren Hundert Metern in die Tiefe, unwissend, welche Gefahren euren Trupp unten erwartet. Die Waffenwahl kann dabei oft entscheidend sein, wobei Boyd jeweils zwei Stück zuzüglich seiner mit unbegrenzter Munition ausgestatteter Pistole mitführen kann. Diese lassen sich mit wiederholten Gebrauch sogar verbessern, um mehr Schaden auszuteilen oder die Magazingrösse zu erhöhen.

Einschneidendes Feature ist hierbei, dass euch beim Gleiten mit dem Fallschirm eine gewisse Freiheit zur Verfügung steht, die anderen Egoshootern meist fehlt. Durch gekonntes Maneuvrieren könnt ihr euch euren Landeplatz nämlich frei wählen und so manche versteckte Anhöhe liefert euch einen nicht zu unterschätzenden Vorteil gegen die Batallione an feindlichen Soldaten. Am Sichersten sind jedoch immer die mit grünem Rauch gekennzeichneten, feindfreien Landezonen und nicht selten wird man bei allzu forschen Erkundungsflügen bereits aus der Luft mit einigen Gewehrsalven empfangen, so dass einmal auf den eigenen Beinen stehend euer letztes Stündchen auch schon beinahe wieder geschlagen hat. Es ist daher nicht weiter überraschend, dass dieses Gimmick durch sein recht hohes Sterberisiko schnell seinen Reiz verliert und man sich meist für die sichere Landevariante entscheiden dürfte. Doch genau dank dieser gegebenen Freiheit fühlten sich die Entwickler auch gezwungen, das Missionsdesign umzustrukturieren und in vielerlei Hinsicht erhält Airborne dadurch einen interessanten Twist, der den Titel gegenüber der Konkurrenz einzigartig macht.

Anstelle des üblichen, linearen Levelaufbaus baut das Spiel nämlich auf eine offene Architektur, in der ihr, meist irgendwo aus der Mitte startend, eure Ziele in beliebiger Reihenfolge und auf verschiedene Weisen angehen könnt. Auf eurem Radar seht ihr dabei die zu erfüllenden Missionsziele wie zu sprengende Panzer, auszuhebende MG-Nester und zu erobernde Stellungen, doch wo ihr zuerst zuschlagen wollt, ist allein euch überlassen. Zugegeben, der Einfallsreichtum der Missionen ist eher bescheiden und eine besonders negativ herausstechende Aufgabe ist es, auf einem riesigen Umweg mehrere deutsche Stellungen auszuheben, um an deren Ende das rostige Vorhängeschloss eines wackligen Holzgatters aufzuschiessen, damit eure wackeren Mannen passieren können. Da haben wir uns die Ehrenmedaille doch redlich verdient...Doch meist offenbaren sich euch verschiedenste Routen, je nachdem, von welchem Zwischenziel ihr gerade herkommt, was dem Spiel einen gewissen Wiederspielwert verleiht. Eine dynamische Gegner-Rekrutierung sorgt dabei dafür, dass euer Empfangskomitee auch immer an der richtigen Stelle steht, was dem Spiel zum Guten wie zum Schlechten gereicht.

Diese Seite mit anderen teilen

Game Info

  • Genre: Egoshooter
  • Entwickler: Electronic Arts
  • Publisher: Electronic Arts
  • Spieler offline: 1
  • Spieler online: 8
  • Releasedatum: 03.12.2007 (erschienen)

  • 1080p Modus: Ja
  • Sixaxis Support: Ja
  • Teilinstallation auf Festplate: Ja
  • Grösse der Installation: 1929 MB

Leserwertung

Ihr sagt
8.8
Sehr Gut
Wir sagen
7.1
OK
Du sagst
-.-
-
Impressum | Werbung | AGB | RSS-Feeds
Verlinkt durch: games-news.de | spieleradar.de
© 2002-2012 by 2PLAY.CH Schweiz