
Lair
Lair Test / Review
Nachdem international die Debate um Factor 5s Drachenreiter-Simulator Lair bereits Ende Sommer entbrannt ist, heisst es nun auch für uns Europäer aufsatteln auf die schuppigen Flugechsen – sofern wir es denn wollen.
In Lair folgt ihr den Spuren von Rohn, einem asylianischen Drachenritter, der mit seinem getreuen Reittier gegen die primitiven Mokai in den Krieg ziehen muss. Diesen gehen nämlich ob der zahllosen Vulkanausbrüche auf dem Planeten langsam aber sicher sowohl Lebensraum wie Nahrungsmittel aus und sehen sich ihrer Auslöschung gegenüber, sieht sich der Nachbar doch nicht bereit, seine Resourcen mit seinen Mitmenschen zu teilen. Nach gescheiterten Verhandlungen mit den verzweifelten Mokai und einem Verräter aus den eigenen Reihen, beginnt Rohn an den Motiven der Ältesten seines Volkes und seiner eigenen Rolle in diesem Kampf zu zweifeln. Der Handlungsfaden wird dabei in beeindruckend schönen Zwischensequenzen gespunnen, die insbesondere aufgrund eines hohen Detailgrads wie Hautporen in den Gesichtern der Charaktere zum Staunen animieren. Leider aber hetzt einen das Spiel geradezu durch die Geschichte und Charakterentwicklung wie Kontext bleiben buchstäblich auf der Strecke.
Dabei möchte man meinen, mehr Spiel und weniger Gelaber würde einem Action-Titel wie Lair durchaus zum Vorteil gereichen, doch gerade was das Gameplay angeht, zeigt Lair seine fatalen Schwächen auf. Gesteuert wird eure Reiter-Drache-Gespann in der Luft einzig über die Bewegungssensorik des Sixaxis (es sei denn, man spielt es via Remote Play auf seiner PSP), was für die Basismanöver wie Sinkflüge und Wendungen auch ansprechend funktioniert und zu grossen Teilen recht präzise von der Hand geht. Problematisch wird das Steuerungsschema allerdings bei so gut wie allen weiteren Aktionen. So müsst ihr, um eurem Drachen die Sporen zu geben wiederholt die X-Taste drücken, was auf die Dauer sauer aufstösst, da die zu überwindenden Distanzen zum nächsten Ziel teilweise doch recht gross sind und man nunmal nicht wie bei Factor 5s Rogue Squadron Titeln in einem rasenden X-Wing Platz genommen hat. Kommt nun hinzu, dass das Verschiessen von Feuerbällen an die Quadrat-Taste gebunden ist, sieht sich die Feinmotorik in eurem rechten Daumen wohl bald ein wenig überfordert. Weiterer Gebrauch des Sixaxis, beispielsweise für 180 Grad Dreher oder kurze Quick Time Events leiden hingegen unter ungenauer oder gar ausbleibender Erkennung der Bewegung, was in der Hitze des Gefechts oft zu noch grösserer Verwirrung führen kann.
Denn viel los ist auf den teils riesigen Schlachtfeldern allemal. Oft kämpft ihr gegen dutzende feindliche Drachen, während unter euch Kriegsschiffe und Katapulte versuchen, euch aus den Wolken zu holen und sich gleichzeitig hunderte Fusstruppen am Boden heisse Gemetzel liefern. Um bei dem ganzen Getummel um euch herum das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren, könnt ihr einen Gegner per Druck auf die Schultertasten anvisieren, wobei die Kamera dann stur auf das Ziel gerichtet bleibt, während sich Rohn und sein lebender Untersatz normal weitersteuern lassen. Allerdings kann euch dies nicht zuletzt bei beweglichen Gegnern ordentlich aus dem Konzept bringen und nach jedem Abschuss fällt die Orientation für einige Augenblicke schwer. Viel gravierender aber ist, dass ihr nur wenig Kontrolle darüber habt, welches Objekt ihr genau anpeilen wollt und manchmal so scheint es, will das Spiel gar überhaupt nicht so, wie man es selbst gerne hätte.
Game Info
- Genre: Action
- Entwickler: Factor 5
- Publisher: SCEE
- Spieler offline: 1
- Releasedatum: 12.11.2007 (erschienen)
- 1080p Modus: Ja
- 4:3 Anpassung: Vollbild
- Sixaxis Support: Ja
- Teilinstallation auf Festplate: Nein




