
Folklore
Folklore Test / Review
Mit Genji: Days of the Blade bescherte uns Game Republic zum Launch der PlayStation 3 ein technisch einwandfreies, aber spielerisch eher maues Action-Adventure, welches trotz innovativer Ideen an ärgerlichen Schwächen im Spieldesign scheiterte. Nun steht mit Folklore der zweite PS3 Titel der japanischen Entwicklerschmiede in den Regalen und obwohl das Spiel es noch immer nicht schafft, sein volles Potential auszuschöpfen, lohnt ein genauerer Blick auf alle Fälle.
Unsere Geschichte beginnt mit einem geheimnisvollen Brief, den die junge Ellen von ihrer für tot gehaltenen Mutter erhält. In ihm die Bitte, sich unverzüglich in das irische Dorf Doolin zu begeben, einem Ort, der laut alten Legenden eine Verbindung zwischen der Welt der Lebenden und jener der Verstorbenen bildet. Ähnlich ergeht es dem Journalisten Keats, der aufgrund eines mysteriösen Anrufs und der Aussicht auf eine gute Story auf das abgelegene Eiland gelockt wird. Eine gute Story voller überraschender Wendungen und spannender Enthüllungen wird dem Spieler auch zweifelsohne geboten, denn bald nach ihrer Ankunft sehen sich die beiden Protagonisten mit einer Mordserie konfrontiert, deren Ursprünge bereits 17 Jahre zurückliegen. Darüber hinaus werden sie auf ihrer Suche nach der verlorenen Wahrheit in einen Krieg unter den Reichen der Unterwelt verwickelt, welcher das Verhältnis der Menschheit zum unvermeidlichen Tod in alle Ewigkeit verändern könnte.
So grossartig die Handlung von Folklore aber ist, die Art der Geschichtenerzählung kann leider nicht immer überzeugen. Ein Grossteil der Storysequenzen wird in einer Bilderbuch-Aufmachung wiedergegeben, bei der die Charaktere in stillen, oft übertrieben gehaltenen Posen abgebildet werden, während Sprechblasen das wesentliche Geschehen übermitteln. Aufgrund der leblos wirkenden Charaktere und oft verwirrender Kamerawinkel wird diese Erzähltechnik allerdings bereits nach kurzer Zeit enorm mühsam und man wünscht sich einen deutlich höheren Anteil von "richtigen" Zwischensequenzen herbei. Löblich ist hierbei grundsätzlich, dass man sich für einmal die Zeit genommen hat, eine deutsche Synchronisation zu integrieren, doch leider ist diese oft eher durchschnittlich geglückt und gesprochene wie geschriebene Zeilen wirken des öfteren so kontextfrei übersetzt, das so manch klärende Unterhaltung zwischen den Parteien einen am Ende nur noch mehr verwirren. Wer des Englischen mächtig ist, sollte hier definitiv auf die Originalsprecher und -texte zurückgreifen, insbesondere da manche Begriffe selbst in der deutschen Fassung unverändert aufgegriffen werden.
Ein Grund für zumindest zwischenzeitliche Konfusion ist auch, dass ihr bei Folklore die ersten fünf der insgesamt sieben Kapitel jeweils mit Ellen und Keats absolvieren müsst, wobei euch die Reihenfolge freisteht. Da die Handlungen allerdings zeitlich parallel verlaufen und sich gelegentlich auch kreuzen, ist es zu empfehlen, jeweils ein Kapitel aus beiden Sichtweisen abzuschliessen, ehe man sich dem Nächsten widmet, da ansonsten viele Fragen für längere Zeit unbeantwortet bleiben.
Game Info
- Genre: Action-Adventure
- Entwickler: Game Republic
- Publisher: SCEE
- Spieler offline: 1
- Spieler online: 1
- Releasedatum: 15.10.2007 (erschienen)
- 1080p Modus: Nein
- Sixaxis Support: Ja
- Teilinstallation auf Festplate: Optional
- Grösse der Installation: 1031 MB



