
Calling All Cars!
Calling All Cars! Test / Review
Wenn David Jaffe, einer der kreativen Köpfe hinter der ersten God of War Episode, die Produktionsleitung eines PlayStation Network Spiels übernimmt, sollte man als anspruchsvoller Spieler wohl ohne Frage hellhörig werden.
Calling All Cars! präsentiert sich als eine Art Micro Machines gemixt mit einer Prise Sportspiel. Was sich vielleicht auf den ersten Blick eher als unmögliche und schwer vorstellbare Mischung zweier Spielprinzipien anhört, entpuppt sich in der Praxis bereits innerhalb der ersten Spielminuten als schnelle, spassige Angelegenheit mit enorm hohem Suchtpotential.
Das grundsätzliche Ziel des Spielers ist es, einen geflohenen Sträfling einzufangen und auf der Polizeiwache abzuliefern. Um den flüchtenden Ganoven zu erwischen, braucht ihr in bloss mit eurem Fahrzeug anzurempeln. Durch die Kollision wird dieser sodann im weiten Bogen durch die Luft geschleudert, wobei eine Markierung auf dem Spielfeld seine Landeposition offenbart. Platziert euch deshalb innerhalb dieser Zone, um den Banditen zu fangen, ihn im Gefängnis abzuliefern und so euren Punktestand zu erhöhen.
Soweit so gut. Was die Sache aber erst wirklich interessant und teilweise äusserst turbulent werden lässt: Habt ihr den Verbrecher erstmals in eurem Wagen, können die anderen Spieler ihn euch noch abluchsen, bevor ihr bei der rettenden (und Punkte spendenden) Polizeiwache ankommt. Dazu genügt ein einfacher Zusammenstoss, schon wird das Objekt der Begierde wieder im hohen Bogen aus eurem Auto katapultiert und euer Kontrahent kann den Ausbrecher an eurer Stelle fangen. Gerade gegen menschliche Spieler oder die stärkeren CPU-Fahrer wird es deshalb teilweise wirklich zur äusserst kniffeligen und schweisstreibenden Aufgabe, das Gefängnis ohne weiteren Verlust des Gefangenen zu erreichen. Zusätzlich kann einem dabei der Waffeneinsatz, derer drei es zu entdecken gibt, das Leben noch deutlich schwerer machen. Neben Hammer und zielsuchender Rakete sorgt dafür vor allem der Magnet, welcher den Gangster selbst über grosse Distanz direkt anzusaugen vermag.
Alle Gefängnisse besitzen verschiedene Punkte, bei denen ihr eure Fracht abliefern könnt. Diese unterscheiden sich hauptsächlich in der Schwierigkeit der Anfahrt. Neben einem ebenerdigen Weg finden sich jeweils noch zwei andere Zufahren, die nur über enge Pfade oder Sprung-Rampen erreicht werden können. Die Mühe lohnt sich aber insofern, da die schwieriger zu erreichenden Ziele bei erfolgter Durchfahrt und damit verbundener Ablieferung des Räubers eurem Konto auch mehr Punkte gutschreiben. Je nach Level müsst ihr den Verbrecher zudem (manchmal nur zeitweise, manchmal dauerhaft) bei einem sich bewegenden Gefangenentransporter oder Helikopter abliefern, was die Sache alles andere als einfacher macht. Dies sorgt für nochmals mehr Spannung und Chaos, denn ihr habt den Räuber schon grundsätzlich nur äusserst selten für mehr als einige Sekunden sicher in eurem Auto verstaut. Doch bei Calling All Cars! macht gerade der unglaublich schnelle und deswegen etwas chaotisch wirkende Spielverlauf einen grossteil der Faszination aus.
Game Info
- Genre: Rennspiel
- Entwickler: Incognito Entertainment
- Publisher: SCEE
- Spieler offline: 4
- Spieler online: 4
- Releasedatum: 22.06.2007 (erschienen)
- 1080p Modus: Ja
- 4:3 Anpassung: Vollbild
- Sixaxis Support: Nein



