The Saboteur Test / Review

The Saboteur

Aus EA Kreisen erfuhren wir vor einigen Wochen, dass The Saboteur beinahe unveröffentlicht eingestampft wurde. Nach einer internen Entwicklerpräsentation waren scheinbar nicht alle anwesenden Entscheidungsträger vom Potential des unfertigen Spiels überzeugt, weshalb der angepeilte Release Anfang Dezember offensichtlich stark bedroht war. Nachdem wir nun aber schon etliche Stunden im Frankreich zur Zeit des zweiten Weltkrieges verbrachten, können wir nur begrüssen, dass sich EA doch noch für einen Release von The Saboteur entschied.

Zur Hintergrundgeschichte möchte ich an dieser Stelle (einmal mehr) nicht zu viel verraten. Der Grund dafür sind aber weniger unvorhersehbare Wendungen. Vielmehr erlebt ihr zu Beginn des Abenteuers in einigen Rückblenden die Rahmenhandlung am eigenen (virtuellen) Leib aktiv selbst, weshalb die Preisgabe von weiteren Einzelheiten den Spielspass in den ersten Spielstunden deutlich schmälern würde. Um es kurz zu halten: Ihr findet euch in der Haut des irischen Rennfahrers Sean Devlin wieder, der sich zur Zeit des zweiten Weltkriegs im von den Nazis belagerten Paris wieder findet. Getrieben vom Ziel der Rache für den Tod eines Freundes durch die Hand eines deutschen Offiziers schliesst er sich der französischen Widerstand an, um die Nazi-Herrschaft fortan durch gezielte Attentate und Sabotageakte zu schwächen.

Die Spielwelt von The Saboteur beschränkt sich aber nicht bloss auf die Stadt Paris, sondern erstreckt sich auch weit über die ländlichen Gegenden und kleineren Städten rund um die zentrale Hauptstadt. Zusammen mit der Möglichkeit, sich jederzeit ein Fahrzeug zu krallen, werden selbstverständlich schnell Erinnerungen an Grand Theft Auto wach. In Bezug auf die Bewegungsfreiheit sind gewisse Parallelen bestimmt nicht von der Hand zu weisen. Kleine Abstecher abseits der zentralen Story-Missionen sind jedoch nicht bloss ein einfacher Zeitvertreib, sondern lohnen sich auch indirekten in Bezug auf den Spielfortschritt. Sprengt ihr beispielsweise einige deutsche Panzersperren oder Treibstoffvorräte, zeigen sich die ansässigen Schwarzmarkthändler mit dem Zugriff auf bessere Waffen oder einer lukrativen Nebenmission gerne erkenntlich. Es gibt schlicht unzählige Objekt, die ihr gewinnbringenden in die Luft sprengen dürft.

Ein weiterer Vorteil vom möglichst regelmässigen Gebrauch all eurer Fähigkeiten sind die so genannten Perks: Je öfter ihr eine gewisse Fähigkeit anwendet, desto besser werdet ihr darin. Ist zum Beispiel das Scharfschützengewehr die Waffe eurer Wahl, werdet ihr schon nach einer Handvoll geglückter Präzisionstreffer mit einem "Perk" ausgestattet, welcher das Wackeln des Zielfernrohrs deutlich reduziert. Gleichermassen werden geglückte Sprengaktionen mit einer höheren Tragekapazität für Dynamit belohnt. Das System sorgt letztlich dafür, dass ihr gemeinsam mit Sean über die gesamte Spielzeit hinweg stets eine gewisse Entwicklung zum echten Profi-Saboteur miterlebt – was der Motivation einen nicht zu unterschätzenden Schub verpasst.

Doch auch wenn es etliche Nebenmissionen zu entdecken gibt, bieten die zentralen Missionen neben der geschichtlichen Entwicklung einen Hauptanreiz: Die Verbreitung der Resistance in allen Gebieten. Zu Beginn wird das gesamte Spielareal von den Nazis kontrolliert und die Bürger leiden sichtlich unter den deutschen Besatzern. Dies spiegelt sich nur überdeutlich in der Optik wieder. Ganz Paris ist in einen monochromen, schwarzweissen Farbmantel gehüllt. Die einzigen Farbtupfer kommen von den leuchtend roten Nazi-Fahnen, Blutspritzern und Armbinden, welche von den patrouillierenden Soldaten getragen werden. Schnell werden da Erinnerungen an die Comic-Verfilmung Sin City wach, von der der anfängliche Grafikstil mit Sicherheit inspiriert wurde. Durch gezielte Sabotage und Anschläge auf das Nazi-Regime kehrt aber in den betroffenen Gebieten wieder zusehends Hoffnung ein, was sich grafisch in der Rückkehr von Farbe äussert.

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Game Info

  • Genre:
    Action
  • Entwickler:
    Electronic Arts
  • Publisher:
    Pandemic Studios
  • Spieler offline:
    1
  • Releasedatum:
    02.12.2009 (erschienen)
Technische Details  
1080p Modus Ja
4:3 Anpassung Balken
Sixaxis Support Nein

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